Bereits 65.958 Artikel angekauft
» Hilfe
schnelle Auszahlung
Versandkostenfrei ab 25 €
Registrieren
Login
Ihre Verkäufe
0,00 €
0
Hotline: 07307 - 95 65 735
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Startseite


Konsolen & Zubehor verkaufen


mehrere Artikel verkaufen


Weitersagen


Mein Konto


Meinungen


Über uns


Hilfe



 

 

 

 

 

 

Partner

 

 

 

 

DVDs verkaufen in Witten - Online DVDs verkaufen in Witten

DVDs in Witten verkaufen, Ankauf von gebrauchten DVDs, DVDs verkaufen, DVDs Verkauf, DVDs Verkauf Nordrhein-Westfalen, DVDs in Nordrhein-Westfalen verkaufen

Auch wenn Sie nicht aus Witten kommen, wir kaufen Ihre gebrauchten Bücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Blue Ray, Computerspiele, Videospiele, Spiele und Games

Verkauf: Unsere Kunden haben bereits erfolgreich in Witten DVDs an uns verkauft:

 

DVD

aus www.salesalon24.de, der freien EnzyklopÀdie
Wechseln zu: Navigation,
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter DVD (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
DVD-Logo
Speichermedium
DVD
Allgemeines
Typ Optisches Speichermedium
KapazitĂ€t 4,7 GB[1] (Single Layer),
8,5 GB (Dual Layer)
und mehr
Lebensdauer ca. 10 Jahre
GrĂ¶ĂŸe 12 cm / 8 cm
Gewicht 16g (unverpackt)[2]
Ursprung
Entwickler DVD Forum (1995)
VorgÀnger Videokassette, LD, CD
Nachfolger Blu-ray Disc, HD DVD, VMD
DVD−R, beschreib- und lesbare Seite
DVD−R mit purpurroter FĂ€rbung, 4,7 GB[1]. Der beschriebene Bereich ist aufgrund seiner verĂ€nderten Reflexionseigenschaften gut zu erkennen.

Die DVD ist ein digitales Speichermedium, das im Aussehen einer CD Ă€hnelt, aber ĂŒber eine deutlich höhere SpeicherkapazitĂ€t verfĂŒgt. Sie zĂ€hlt zu den optischen Datenspeichern. Das Akronym „DVD“ geht auf die AbkĂŒrzung von Digital Video Disc zurĂŒck, wird aber heute meist mit Digital Versatile Disc (engl. fĂŒr digitale vielseitige Scheibe) interpretiert. In der Alltagssprache wird der Ausdruck „DVD“ im Zusammenhang mit Filmen hĂ€ufig im Sinne des logischen Formats DVD-Video verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Mitte der 1990er Jahre konnte sich die Compact-Disc als Massenspeicher-Medium bei Computern durchsetzen. Dadurch wuchsen nicht nur die Anwendungsfelder, sondern auch die BedĂŒrfnisse der Verbraucher und der Unterhaltungsindustrie. GewĂŒnscht wurde ein Medium, mit dem Videos Ă€hnlich komfortabel gehandhabt werden konnten wie Musik- und Sprachaufnahmen mit der CD. Zwar gab es dies bereits als Video-CD (VCD) und Laserdisc (LD), jedoch konnten auf der VCD maximal 74 Minuten (in knapper VHS-QualitĂ€t) und auf der LD maximal 128 Minuten Videomaterial (in voller SendequalitĂ€t) untergebracht werden. Dies fĂŒhrte bei Spielfilmen dazu, dass die VCD/LD mitten im Film gewechselt/umgedreht werden musste, Ă€hnlich wie frĂŒher bei der Compact Cassette oder der Schallplatte. Die LD war mit ihren wuchtigen 30-Zentimeter-Scheiben außerdem sehr teuer in Medium und AbspielgerĂ€t.

Die Unterhaltungsindustrie arbeitete daran, die SpeicherkapazitÀt der CD weiter zu erhöhen. Hierbei gab es zwei unterschiedliche Konzepte: Sony und Philips betrieben die Entwicklung der Multimedia-CD (MMCD), Toshiba und Time Warner favorisierten die Super Density CD (SD).

Auf Druck der Filmindustrie, die nicht mehr, wie bei der MarkteinfĂŒhrung der Videorekorder, mehrere Standards unterstĂŒtzen wollte, einigten sich die Konkurrenten in Tokio am 15. September 1995[3] auf einen gemeinsamen Standard. Da die DVD zunĂ€chst als reines Speichermedium fĂŒr Videodaten gedacht war, stand DVD anfangs fĂŒr „Digital Video Disc“. Dies wurde jedoch geĂ€ndert, als andere Verwendungsmöglichkeiten abzusehen waren. Als Alternative wurde „Digital Versatile Disc“ (versatile = vielseitig) ins Spiel gebracht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Der aktuelle offizielle Standpunkt des DVD-Forums ist, dass DVD einfach drei Buchstaben ohne exakt festgelegte Bedeutung sind.

Ein Jahr spĂ€ter kamen die ersten AbspielgerĂ€te und DVD-Medien in den Handel. Zuvor mussten Unstimmigkeiten bezĂŒglich des VerschlĂŒsselungsverfahrens (CSS) ausgerĂ€umt werden. Zudem gelang es der Filmindustrie, mit einem Regionalcode Marktkontrolle zu gewinnen. Mit dem Code soll verhindert werden, dass zum Beispiel eine DVD aus den USA auf einem europĂ€ischen GerĂ€t abspielbar ist. Die Filmindustrie fĂŒrchtete hier Umsatzeinbußen, da Filme in den USA oft schon auf dem Videomarkt erhĂ€ltlich sind, wĂ€hrend sie in Europa noch gar nicht im Kino gezeigt wurden. Als Vertriebstrategie der Anbieter ist auch bekannt, dass durch die regionale BeschrĂ€nkung der Anwendbarkeit in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Preise („Marktpreise“) erzielt werden können.

Sowohl der verwendete Wiedergabeschutz Content Scramble System als auch der Regionalcode sind mittlerweile leicht zu umgehen. Die Industrie reagierte darauf einerseits mit rechtlichen Maßnahmen und andererseits mit dem Druck auf die Hersteller von DVD-Laufwerken, die Abfrage des Regionalcodes gerĂ€tetechnisch zu implementieren.

Ende 1996 waren die ersten DVD-Brenner im Handel verfĂŒgbar (Alternate gehörte zu den ersten, die interne DVD-Brenner fĂŒr Computer anboten), die Preise lagen jedoch bei ca. 10.000 DM und der Preis eines 3,6-GB-Rohlings lag oberhalb von 100 DM.

Mittlerweile wird Blu-ray Disc als Nachfolger der DVD beworben, das sich gegen das Konkurrenz-Format HD DVD ab MÀrz 2008 durchsetzen konnte. Dabei werden durch Abtastung der noch enger gesetzten Pits und Lands mit einem blau-violetten Laserstrahl noch höhere Datenmengen untergebracht. Sie sollen vor allem hoch aufgelöste Videoinhalte speichern, die eine wesentliche höhere SpeicherkapazitÀt benötigen, als eine DVD bieten kann.

Anzahl der verkauften BildtrÀger in Deutschland
Jahr Verkaufte DVDs Verkaufte Blu-ray Discs Verkaufte HD-DVDs Verkaufte VHS-Kassetten
1999 2.100.000 – – 39.800.000
2000 8.200.000 – – 35.800.000
2001 18.900.000 – – 31.700.000
2002 35.500.000 – – 28.600.000
2003 64.100.000 – – 20.800.000
2004 90.200.000 – – 13.000.000
2005 98.700.000 – – 5.600.000
2006 100.800.000 – – 2.000.000
2007 103.300.000 372.000 130.000 800.000
2008 101.300.000 1.700.000 500.000 200.000
2009 106.600.000[4] 6.200.000 100.000 (HD-DVD + VHS)
2010 103.500.000[5] 12.000.000 k. A. k. A.
2011 101.100.000[6] 17.000.000 k. A. k. A.

Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.

Umsatz der verkauften BildtrÀger in Deutschland (Videokaufmarkt)
Jahr Umsatz DVDs Umsatz Blu-ray Discs Umsatz VHS-Kassetten
2000 170 Mio. – 423 Mio.
2001 407 Mio. – 383 Mio.
2002 713 Mio. – 327 Mio.
2003 1053 Mio. – 199 Mio.
2004 1323 Mio. – 117 Mio.
2005 1322 Mio. – 44 Mio
2006 1295 Mio. – 12 Mio.
2007 1313 Mio. 14 Mio. 4 Mio.
2008 1242 Mio. 48 Mio. 1 Mio.
2009 1258 Mio. 119 Mio. 1 Mio.
2010 1189 Mio. 193 Mio. 1 Mio.
2011 1129 Mio. 267 Mio. k. A.

Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.

Verkaufszahlen von DVDs in Europa (Auswahl)

Land Verkaufszahlen 2009
Großbritannien 234.600.000
Deutschland 106.600.000
Frankreich 90.200.000
Niederlande 31.000.000
Italien 29.500.000
Schweden 27.000.000
Belgien 22.000.000
Spanien 21.700.000
Norwegen 21.100.000
DĂ€nemark 19.300.000
Irland 13.600.000
Schweiz 13.500.000
Polen 8.500.000
Portugal 7.600.000
Ungarn 3.600.000
Kroatien 500.000

Quelle: International Video Federation

Die beiden grundsĂ€tzlichen DVD-Gruppen lassen sich anhand der Farbe ihrer RĂŒckseite unterscheiden.

Die DVD gibt es in zahlreichen Varianten, die als DVD-Formate bezeichnet werden:

  • Spezielle DVD-Formate, die fĂŒr bestimmte Verwendungszwecke optimierte Datenstrukturen aufweisen (und ursprĂŒnglich nur Lesezugriff erlaubten): DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM und Hybrid-DVD
  • FĂŒr den Konsumenten beschreibbare DVD-Formate: DVD-RAM, DVD−R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW, DVD−R DL, DVD+R DL

Besonders die einmal beschreibbaren Formate und die DVD-RAM lassen sich mit dem bloßen Auge von den gepressten anhand ihrer Datenseite unterscheiden, da diese aufgrund ihrer Legierungen Farben wie etwa blau, violett oder braun aufweisen. Die DVD-RAM hat außerdem charakteristische sichtbare Sektormarken.

Die DVD wird fĂŒr folgende drei Verwendungszwecke eingesetzt, fĂŒr die jeweils eigene DVD-Formate fĂŒr spezielle Datenstrukturen geschaffen wurden:

  • DVD-Audio ermöglicht die Wiedergabe von Standbildern und Ton in sehr hoher QualitĂ€t mit DVD-Audio-fĂ€higen AbspielgerĂ€ten.
  • DVD-ROM ermöglicht das Lesen von allgemeinen Daten (Computerdaten).
  • DVD-Video ermöglicht die Wiedergabe von bewegten Bildern und Ton mit DVD-Video-fĂ€higen AbspielgerĂ€ten.

Der AUDIO_TS-Ordner spielt bei Audio-DVDs eine zentrale Rolle. Bei der DVD-Video sind jedoch auch die Audiodaten im VIDEO_TS-Ordner zu finden, genauso wie die diversen Sprachversionen, Untertitel, Kapitelinformationen und Sonderfeatures (alle innerhalb sogenannter „VOB-Containerdateien“). Das bei DVDs ĂŒblicherweise eingesetzte Kompressionsformat ist MPEG-2, nach dem DVD-Standard ist jedoch auch noch das qualitativ weit unterlegene MPEG-1-Format vorgesehen, das ansonsten vor allem bei Video-CDs Anwendung findet. Der MPEG-2-Videostream (das Videobild) wird bei der Erstellung einer Video-DVD gemeinsam mit dem Audiostream und gegebenenfalls mit anderen Datenblöcken verwoben („gemuxt“, s. Multiplexing) und in einer .VOB-Datei („Video Object“) angelegt, die laut DVD-Standard nie grĂ¶ĂŸer als 1 Gigabyte sein darf. Wird diese Datenmenge ĂŒberschritten, wird in den Programmen zur DVD-Erstellung (DVD Authoring Software) automatisch eine neue .VOB-Datei angelegt. Die .VOB-Datei dient also als „Containerdatei“ aller Programmströme.

Beim Wechsel der Dateien ist der Übergang wegen des in den DVD-Playern integrierten Buffers nicht wahrnehmbar. Beim Abspielen werden abwechselnd Video-, Audio- und gegebenenfalls Steuerungsinformationen ausgelesen, zwischengespeichert und wiedergegeben. Der VIDEO_TS-Ordner enthĂ€lt außerdem die .IFO-Datei mit der MenĂŒfĂŒhrung und meist mehrere .BUP-Dateien, die jedoch nur als Backup der .IFO-Datei dienen.

Als Tonspuren sind mehrere Formate zugelassen; neben dem datenintensiven – weil unkomprimierten â€“ linearen PCM-Datenstrom gibt es mehrere Komprimierungsverfahren: mp2 (meist 192–256 Kbit/s) in beliebigen Bitraten fĂŒr Stereoton, Dolby-Digital- oder DTS-Mehrkanalton bis 5.1-Surround (meist 448 Kbit/s). Auch SDDS ist fĂŒr die DVD spezifiziert, es gibt jedoch fĂŒr den Heimbereich weder entsprechende Decoder noch DVDs mit SDDS-Tonspur. Ebenso wenig hat sich das Tonformat MPEG-2 Multichannel durchsetzen können.

Insgesamt stehen fĂŒr den gesamten Datenstrom 10,08 Mbit/s zur VerfĂŒgung, fĂŒr den Audiostrom maximal 6144 Kbit/s. Die BildqualitĂ€t der Video-DVD hĂ€ngt nicht so sehr von der Bandbreite des Video-Streams als vielmehr von der Effizienz der Komprimierung ab. Oft wird mittels MPEG-Encoder in mehreren DurchlĂ€ufen kodiert, um ein Höchstmaß an Effizienz zu erreichen. Bei MPEG-2 können die Datenströme im VBR-Verfahren komprimiert werden, d. h., dass die Bandbreite an verschiedenen Stellen des Films stark abweichen kann (variable Bitrate).

Die Bitrate hÀngt dabei von der gerade anfallenden Datenmenge ab, so dass zum Beispiel bei bewegungsarmen Szenen Bandbreite und damit Speicherplatz auf der DVD gespart werden kann. Bei MPEG-2 werden bei aufeinanderfolgenden Bildern in der Regel nur die Unterschiede zum vorausgehenden Bild gespeichert (P- oder B-Frames), um auf der Disc Platz zu sparen. Mehr Informationen dazu im Artikel DVD-Video.

Daten-DVDs (DVD-ROM) sind anders als Video-DVDs keinen Restriktionen unterworfen und können beliebige Ordner und Dateien enthalten. Als Dateisysteme werden entweder die im Computerbereich vorherrschenden Formate ISO 9660 und ISO/Joliet oder UDF verwendet; beide Systeme können innerhalb des UDF Bridge-Formates (ISO 9660 Level 3 Layer) kombiniert werden. Ebenso wie CDs können auch DVDs in mehreren Sessionen (Sitzungen) beschrieben werden (Multiborder, analog zu Multisession bei CDs). Einige Àltere Betriebssysteme oder DVD-Player können jedoch nur auf die erste Session zugreifen, weshalb es sich in diesem Fall empfiehlt, die DVD in einem Zug zu beschreiben. Zum Auslesen der restlichen Sessions dienen Zusatzprogramme wie IsoBuster, die auch unter Àlteren Betriebssystemen laufen.

Daneben gibt es auch die Hybrid-DVD, die die Eigenschaften einer DVD-Video, DVD-Audio oder DVD-ROM in einer DVD kombiniert. Eine solche Hybrid-DVD enthÀlt Videos, Musik und Computerdaten und prÀsentiert im DVD-Spieler, DVD-Rekorder oder DVD-Laufwerk des Computers die jeweils abspielbaren Inhalte.

Technisch lĂ€sst sich eine Hybrid-DVD sehr einfach realisieren, weil die DVD-Video und DVD-Audio auf der DVD-ROM basieren. Die DVD-ROM speichert alle Inhalte als Dateien nach dem UDF-Dateisystem ab. FĂŒr die DVD-Video und DVD-Audio mĂŒssen nur zwei weitere Festlegungen vorgenommen werden: Die erlaubten Dateiformate und der Ablageort auf der DVD. FĂŒr die Hybrid-DVD ist besonders der Ablageort interessant. Wird eine DVD-Video oder Hybrid-DVD zum Beispiel in einen DVD-Rekorder eingelegt, so sucht dieser die Filmdateien im Unterverzeichnis VIDEO_TS. Nach dem gleichen Schema sucht ein DVD-Player die Audiodaten im Unterverzeichnis AUDIO_TS. Im DVD-Laufwerk eines Computers sind hingegen alle Dateien einer DVD ersichtlich, weil dieser jede DVD als eine DVD-ROM behandelt.

Sony DCR-DVD201E HDV-Camcorder mit direkter Aufzeichnung auf eine 8-cm-DVD

Der Endbenutzer kann nicht nur kĂ€ufliche DVDs abspielen (die im Presswerk hergestellt wurden), sondern er kann mit einem DVD-Brenner auch eigene DVD-Videos, DVD-Audio oder DVD-ROMs erstellen. DVD-Brenner sind beispielsweise in Computern und Hi-Fi-DVD-Rekordern eingebaut und benötigen beschreibbare DVD-Formate. Historisch haben sich aus KostengrĂŒnden die fĂŒnf verschiedenen DVD-Formate DVD−R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW und DVD-RAM mit einfacher und doppelter SpeicherkapazitĂ€t (DL – Double Layer) entwickelt. Sie werden nach folgender Systematik bezeichnet:

Logo DVD Die Bezeichnung DVD tragen alle Scheiben der DVD-Familie.
– Am „−“ sind alle DVD-Formate erkennbar, welche vom DVD Forum stammen. Nur bei diesem Format kann Time Search verwendet werden.
+ Am „+“ sind alle DVD-Formate erkennbar, welche von der DVD+RW Alliance stammen und einige Sonderfunktionen im Videobereich unterstĂŒtzen.
± Mit einem „±“ wird ausgedrĂŒckt, dass hier sowohl die DVD-Formate des DVD Forums wie der DVD+RW Alliance gemeint sind.
R „Recordable“, das heißt einmal beschreibbar.
RW „Rewritable“, das heißt wiederbeschreibbar (gewöhnlich bis ca. 1000-mal verĂ€nderbar/korrigierbar).
RAM „Random Access Memory“, das heißt freier, direkter Schreib-/Lesezugriff auf alle Daten (gewöhnlich bis ca. 100.000-mal verĂ€nderbar/korrigierbar, Details siehe Text).
DL Dual (−) bzw. Double (+) Layer, das heißt zwei Datenschichten auf einer Seite.

Die drei DVD-Formate, die vom DVD-Forum stammen, werden auch als Minus-Standard bezeichnet. Nur diese Formate dĂŒrfen auch das offizielle DVD-Logo tragen. Entsprechend werden die zwei DVD-Formate von der DVD+RW-Allianz mit einem „+“ auch als Plus-Standard bezeichnet. Die DVD-Formate nach dem Plus-Standard sind technisch einfacher aufgebaut, wodurch zum Beispiel die DVD+RW andere Schreibmethoden als die DVD-RW unterstĂŒtzt. Auch sind die LizenzgebĂŒhren fĂŒr die Patentnutzung bedeutend niedriger. Diese anfĂ€nglichen Preisvorteile des Plus-Standards gibt es inzwischen durch den harten Wettbewerb mit dem Minus-Standard nicht mehr.

Die Formatvielfalt fĂŒhrte anfangs zu einer KaufzurĂŒckhaltung bei den Konsumenten, da unklar war, welches beschreibbare DVD-Format die grĂ¶ĂŸere Investitionssicherheit aufweist. Die Industrie reagierte seit 2003 darauf mit (preisgĂŒnstigen) Multi-Brennern, die sowohl das Minus- als auch das Plus-Format unterstĂŒtzten.

Ein bereits beschriebener Dual-Layer-Rohling, mit gespaltenen Datenschichten.

Seit 2004 werden auf dem Massenmarkt auch beschreibbare DVDs mit zwei anstatt nur einer Datenschicht angeboten. Sie werden mit „DL“ bezeichnet, was im Minus-Format fĂŒr „Dual Layer“ (DVD−R DL), im Plus-Format dagegen fĂŒr „Double Layer“ (DVD+R DL) steht. Beiden Formaten gemein sind die zwei ĂŒbereinander geklebten Schichten auf derselben Seite der Platte, die gewisse VerĂ€nderungen im Aufbau der DVD notwendig machten. Nur so kann auch die zusĂ€tzliche Schicht beschrieben und gelesen werden. Die DVD±R DL bietet 8,5 GB Fassungsvermögen pro Medium, also etwa das 1,8-fache einer Single-Layer-DVD. Ihre zusĂ€tzliche KapazitĂ€t reicht oftmals aus, um große Einzeldateien (etwa hochauflösende Videos) auf einen einzigen DatentrĂ€ger zu brennen, anstatt sie auf zwei herkömmliche DVDs aufzuteilen und ohne die Daten dafĂŒr erneut komprimieren zu mĂŒssen. FĂŒr RW-Medien dagegen sind diese Änderungen hin zum DL-DatentrĂ€ger nicht möglich. Zu geringe Reflexionseigenschaften verhindern die zuverlĂ€ssige Nutzung der zweiten Datenschicht.

Daneben existieren auch noch doppelseitige Medien in den Formaten DVD−R, DVD+R und DVD-RAM. Diese fassen tatsĂ€chlich 2 Ă— 4,7 GB, also 9,4 GB pro Medium, da sie im Prinzip aus zwei einzelnen DVDs bestehen. Nachteilig wirkt sich dies besonders bei großen Dateien aus, da diese nicht wie bei ±DL-DVDs zusammenhĂ€ngend gespeichert werden können. Jede Seite reprĂ€sentiert einen eigenstĂ€ndigen DatentrĂ€ger, und um auf den jeweils anderen Datenbestand zugreifen zu können, muss die DVD entnommen und gewendet werden. Laufwerke, die beide Seiten gleichzeitig nutzen können (Schreib-/Lesezugriff), existieren nicht. Da die Double-Layer-/Dual-Layer-DVDs trotz geringerer GesamtkapazitĂ€t diverse Vorteile bieten (höhere maximale DateigrĂ¶ĂŸe, Platz fĂŒr ausfĂŒhrliche Beschriftung etc.), waren doppelseitige DVD±R-Rohlinge nahezu völlig vom Markt verschwunden. In jĂŒngerer Zeit (Stand Juli 2008) sind jedoch wieder doppelseitige Rohlinge erhĂ€ltlich. Doppelseitige DVD-RAM sind ebenfalls erhĂ€ltlich. Bei ihnen sind derzeit keine DL-Medien verfĂŒgbar.

Eine DVD-RAM ist mit dem bloßen Auge unmittelbar von anderen DVD-Formaten anhand der vielen kleinen verstreuten Rechtecke, die von ihrer typischen Sektorierung herrĂŒhren (erkennbar in der VergrĂ¶ĂŸerung), unterscheidbar. Die Sektorierung dient einer höheren Datensicherheit.

Die beschreibbaren DVD-Formate lassen sich nach ihrer VerÀnderbarkeit und Datensicherheit unterscheiden.

  1. Einerseits lassen sie sich nach ihrer VerÀnderbarkeit in zwei Gruppen unterteilen:
    • DVD-Rohlinge, die nur einmal beschreibbar sind: DVD−R und DVD+R. Bei diesen Medien wird die Information in einen Dye geschrieben. Dies ist ein organischer Farbstoff, meist violetter Farbe.
    • DVD-Medien, die nachtrĂ€glich verĂ€nderbar sind: DVD−RW, DVD+RW, DVD-RAM. Die RW-Medien verwenden als funktionelle Schicht anstatt des bei den DVD-Rohlingen verwendeten Dyes eine metallische Schicht. Bei den DVD-Medien ist die DVD-RAM 100-mal öfter wiederbeschreibbar (circa 100.000-mal) als die DVD-RW bzw. DVD+RW, die etwa 500 bis 1.000 SchreibvorgĂ€nge ĂŒberstehen.
  2. Weiterhin ist die Datensicherheit ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der einzelnen beschreibbaren DVD-Formate:
    • Die DVD±R reagiert aufgrund ihrer organischen Farbstoffe viel empfindlicher auf Sonnenlicht und Hitze als die DVD±RW. Wird sie der unmittelbaren Sonneneinstrahlung oder starkem UV-Licht ausgesetzt, kann dies zu einem schnellen Verlust der Daten fĂŒhren.
    • Die DVD±RW hingegen reagiert sensibler auf extreme Temperaturschwankungen; durch leichte Materialdeformationen können die Daten Schaden nehmen.
    • Die DVD-RAM weist von allen beschreibbaren DVD-Formaten die höchste Datensicherheit auf, weil sie zusĂ€tzlich folgende zwei Eigenschaften aufweist:
      1. Defektmanagement: Die DVD-RAM besitzt dasselbe bewÀhrte Defektmanagement wie Festplattenlaufwerke. Jede geschriebene Information wird von der Hardware kontrollweise gelesen (verifiziert) und ggf. verbessert. Es gibt daher keine versteckten Schreibfehler wie bei der DVD±R oder DVD±RW.

Die Standard-Datenrate 1× entspricht bei DVDs einer Geschwindigkeit von 11,08 Mbit/s[7] (1,385 MB/s oder etwa 1,32 MiB/s) und damit in etwa einem CD-Laufwerk mit dem Geschwindigkeitsfaktor 9×. Die Schreibgeschwindigkeit 1× entspricht somit definitionsgemĂ€ĂŸ der maximalen Datenrate, die beim Abspielen einer standardkonformen Video-DVD auftreten kann.

Aktuelle DVD-Laufwerke schaffen Brenn- und Lesegeschwindigkeiten bis zu 24×. Die volle Geschwindigkeit wird dabei allerdings nur am Ă€ußeren Rand der DVD erreicht, wĂ€hrend im Inneren deutlich langsamer gelesen und geschrieben werden kann.

DVDs benötigen zum Abspielen einen eigenen DVD-Spieler. Zur Unterscheidung zu normalen CD-ROM-Laufwerken ist dieser auf der Vorderseite mit dem DVD-Emblem gekennzeichnet. Im Vergleich zu den CDs wird bei DVDs mit Lasern kĂŒrzerer WellenlĂ€nge gearbeitet, und wegen der gleichzeitig kĂŒrzeren StrahlengĂ€nge der Fokussierungsoptiken resultieren daraus kleinere Laserspots, mit denen in den DatentrĂ€gerschichten entsprechend kleinere Strukturen gelesen und geschrieben werden können.

Der Medienhersteller Imation gewĂ€hrt auf CD-R, CD-RW, DVD−R, DVD−RW, DVD+R, DVD+RW, DVD-RAM derzeit eine Garantie von zehn Jahren[8]. Dies gilt allerdings nicht fĂŒr die Daten, sondern beschrĂ€nkt sich auf die haptischen Bauteile. Zur Langzeitarchivierung sind oben genannte DVD-Formate nach einhelliger Expertenmeinung nicht geeignet, einzige Ausnahme könnte eventuell die DVD-RAM darstellen, wobei auch hier die Langzeithaltbarkeit nicht sicher erwiesen ist. Verbatim bietet in Österreich und der Schweiz eine lebenslange Garantie, allerdings nicht in Deutschland. Diese gilt fĂŒr alle von Verbatim hergestellten optischen DatentrĂ€ger, deckt allerdings nur Herstellungsfehler ab, nicht jedoch normale Abnutzung und unsachgemĂ€ĂŸe Behandlung. Im ungĂŒnstigsten Fall können DVD±R und DVD±RW auch schon nach wenigen Monaten Datendefekte aufweisen.

Die Spezifikationen sehen die folgenden DVD-Typen in der Version 2 vor. Auf die Darstellung der seltenen Version 1 wird verzichtet.

Format KapazitÀt (binÀr)[9] KapazitÀt (dezimal)[1] Schichten Vorderseite
/ RĂŒckseite
Bemerkung
DVD-5 4,38 GiB 4,7 GB 1/0 Leserichtung von innen nach außen auf der 0,6 mm starken Datenschicht (Single-Layer-DVD, SL). Durch eine Dummy-Schicht darĂŒber wird die Normdicke von 1,2 mm erreicht.
DVD-9 7,92 GiB 8,5 GB 2/0 Umfokussieren des Lasers auf eine zweite Datenschicht (Dual-Layer-DVD, DL). Bei Daten-DVDs werden beide Schichten von innen nach außen gelesen. Bei DVD-Video wird die untere Schicht von innen nach außen gelesen, die obere zurĂŒck von außen nach innen.
DVD-10 8,76 GiB
(2 Ă— 4,38 GiB)
9,4 GB
(2 Ă— 4,7 GB)
1/1 Wenden der DVD im Spieler auf eine zweite Datenschicht (Flipper).
DVD-14 12,3 GiB
(7,92 + 4,38 GiB)
13,2 GB
(8,5 + 4,7 GB)
2/1 Flipper mit einer Seite Dual Layer und einer Seite Single Layer; Ă€ußerst selten
DVD-18 15,84 GiB
(2 Ă— 7,92 GiB)
17 GB
(2 Ă— 8,5 GB)
2/2 Flipper mit Dual Layer auf beiden Seiten; selten
DVD-plus (DualDisc) 4,38 GiB
+ 650 MiB
4,7 GB
+ 682 MB
1/1 DVD-5 wird mit einer normalen CD kombiniert. So kann der CD-Teil auf CD-Spielern abgespielt werden. Die CD-Seite und die DVD-Seite sind unterschiedlich, die Medien sind nicht normgerecht, sondern zu dick; daher wird meist vom Abspielen solcher Medien in Laufwerken mit Einzugsschlitz, sogenannte Slot-In-Laufwerke, abgeraten. Wird von Sony unter dem Begriff DualDisc vermarktet.
Angabe der Brutto-SpeicherkapazitÀt in GB statt in Byte. Die tatsÀchlich verwendbare SpeicherkapazitÀt hÀngt vom verwendeten Dateisystem der DVD ab.
Typ WellenlÀnge
Numerische Apertur[10]
Durchmesser des Laserspots
Spurabstand
Schnittzeichnung der Strahlgeometrie
CD WellenlÀnge: 780 nm
Numerische Apertur: 0,45
Spotdurchmesser: 2,1 ”m
Spurabstand: 1,6 ”m
DVD WellenlÀnge: 650 nm
Numerische Apertur: 0,6
Spotdurchmesser: 1,3 ”m
Spurabstand: 0,74 ”m

Die im Vergleich zur CD bei gleicher Geometrie der Disk etwa sechsmal so hohe DatenkapazitĂ€t der DVD wird durch weniger als halb so lange Pits bei einem weniger als halb so großen Spur-Abstand sowie mehr FlĂ€che fĂŒr die Daten durch einen schmaleren Lead-In Bereich erreicht. Double Layer DVDs benötigen etwa 10% lĂ€ngere Pits, weswegen zwei Schichten in dieser Konfiguration nicht die doppelte KapazitĂ€t einer Single Layer DVD bieten. Die feineren Strukturen der DVD sind anfĂ€lliger gegenĂŒber Kratzern und Verschmutzungen, was durch die verwendete zweidimensionale Fehlerkorrekturmethode mehr kompensiert wird.

Reed Solomon Produkt Code
m = egin{cases} i + left lfloor frac{i}{12} ight floor & mbox{fĂŒr }i < 192\ 13 (i-191)-1 & mbox{fĂŒr }i geq 192 end{cases} " src="//upload.wikimedia.org/math/f/4/a/f4a35fc2de782bac7e7ceae7a8e6468d.png" />
n = j " src="//upload.wikimedia.org/math/6/4/6/6461925ba218cd40117184c830108af6.png" />

Die so erzeugte Matrix wird Àhnlich wie bei der CD decodiert. Dabei können maximal 4832-Bits[12] oder ein FlÀchenfehler mit 2932 Bits korrigiert werden.

Zur Anwendung beider erweiterter Techniken braucht es höherfrequente (das heißt, die Farbe des Lasers ist in Richtung Blau verschoben) und genauere Laser als zum Auslesen einer CD. Um die zweite Datenschicht lesen zu können, muss der Laser dazu noch leicht anwinkelbar sein. Zusammen mit der verĂ€nderten Laserfokussierung ist es so möglich, die untere („verdeckte“) Schicht lesen zu können.

Die BinĂ€rdaten auf einer DVD werden nach der „Eight-to-Fourteen-Modulation-plus” (EFMplus) geschrieben. Diese stellt sicher, dass sich alle zwei bis zehn Takte die PolaritĂ€t des ausgelesenen Signals Ă€ndert. Das geschieht, wenn der Laser in der Spur einen Übergang von einer Vertiefung („pit”) zu einem Abschnitt ohne Vertiefung („land”) passiert oder umgekehrt.

Der Hintergrund ist hierbei folgender: Die Abschnitte mit Vertiefungen bzw. ohne Vertiefungen mĂŒssen lang genug sein, damit der Laser die VerĂ€nderung erkennen kann. WĂŒrde man ein Bitmuster direkt auf den DatentrĂ€ger schreiben, wĂŒrden bei einem alternierenden Signal (1010101010101010
) falsche Werte ausgelesen, da der Laser den Übergang von 1 nach 0 beziehungsweise von 0 nach 1 nicht verlĂ€sslich auslesen könnte. Die EFMplus-Modulation blĂ€ht das Signal von acht auf 16 Bit auf und wĂ€hlt die FĂŒllbits so, dass die oben erwĂ€hnte Forderung, dass sich alle zwei bis zehn Takte die PolaritĂ€t Ă€ndert und ein Übergang von 1 nach 0 oder umgekehrt geschieht, erfĂŒllt wird. Die CD verwendet eine simplere 8-zu-14-Bit-Methode mit noch zusĂ€tzlichen Zwischenbits namens EFM, woher der jetzt eigentlich falsche Name bei der DVD beibehalten wurde; korrekter wĂ€re „Eight-to-Sixteen”.

Nachdem die ersten DVD-Brenner (DVD-Schreiber) nur eine Datenmenge von 3,56 GB auf einen einmal beschreibbaren DVD-Rohling speichern konnten, wurde die KapazitĂ€t spĂ€ter auf die volle GrĂ¶ĂŸe einer DVD-5 (4,7 GB) angehoben und zusĂ€tzlich wiederbeschreibbare Medien mit diesem Fassungsvermögen vorgestellt. Seit Mitte 2004 beherrschen DVD-Brenner auch die Doppelschicht-Technik (dual layer), welche die Speicherung von Daten auf einem zweischichtigen Rohling ermöglicht. Die zweite Datenschicht besitzt weiter gesetzte Pits und Lands, um ein Lesen durch die untere Schicht hindurch zu ermöglichen, und ist somit kleiner. So fasst ein solcher Rohling statt 9,4 GB (die KapazitĂ€t zweier DVD-5) lediglich ca. 8,5 GB.

  • DVD-Pressung: Die Herstellung einer DVD oder einer CD (ROM und Video) besteht aus vier Schritten nach Anlieferung der Master-DVD-R beziehungsweise eines Streamer-Tapes („DLT“-Format) an das Presswerk.
  • Premastering: Zuerst wird geprĂŒft, ob der Standard (das Book) erfĂŒllt ist, das heißt, ob der DatentrĂ€ger den Spezifikationen entspricht. Danach wird mit der Berechnung des EDC (Error Detection Code) und ECC (Error Correction Code) begonnen. Dies dauerte ursprĂŒnglich zwischen fĂŒnf und 16 Stunden. Anschließend werden Time-Code, Inhaltsinformation der Tracks und TOC (Table of contents) usw. generiert und ein Image der DVD/CD erstellt. Die Daten können nun dem Mastering zugefĂŒhrt werden.
  • Mastering: Die aufbereiteten Daten aus dem Premastering werden auf einen Glasmaster (eine Glasscheibe) ĂŒbertragen, indem ein modulierter Laserstrahl die darauf aufgetragene Substratschicht (ein Farbstoff) von innen nach außen belichtet. Im Entwicklungsbad werden dann die belichteten Stellen ausgewaschen, die Pits entstehen. Anschließend wird der Glasmaster mit einer 100 nm dicken Silberschicht bedampft. Im Anschluss daran folgt ein erstes Auslesen als QualitĂ€tsprĂŒfung. Die Kosten fĂŒr die Glasmasterproduktion (zwischen 300 und etwa 3.000 â‚Ź) werden bei geringen Auflagen von den meisten Presswerken in Rechnung gestellt.
  • Galvanik: Es werden nun Negative des Glasmasters erstellt, die fĂŒr die Pressung als Stempel verwendet werden können.

Generell werden die Discs aller DVD-Formate aus zwei einzelnen aus Polycarbonat gespritzten Kunststoffscheiben von etwa 0,6 mm Dicke hergestellt (Ausnahme: Ecodisc). Dabei hat die untere „Halbscheibe“ (Layer 0) einen Stapelring als Abstandshalter. Die obere „Halbscheibe“ (Layer 1) trĂ€gt bei dem Format DVD-5 keine nutzbaren Informationen und wird daher als „Dummy“ bezeichnet. Die eigentliche DVD entsteht, wenn beide HĂ€lften mit unter UV-Licht aushĂ€rtendem Lack verklebt werden („bonden“; Schichtdicke etwa 50 Â”m). Um eine gleichbleibende QualitĂ€t der hergestellten Scheiben zu gewĂ€hrleisten, sind in den Produktionsanlagen ĂŒblicherweise hochauflösende Kamerasysteme, so genannte Inline Scanner, integriert. Stichprobenartig kommen auch Offline-Messlaufwerke zum Einsatz, um die elektrischen Signale der DVD zu analysieren. Sollte sich beim Verkleben der zwei Layers Luft einschleichen (ein so genannter Bondingfehler), kann die DVD schnell Schaden nehmen. So kann beispielsweise beim Einlegen der DVD ein Teil eines Layers absplittern. Hierdurch kann eine Unwucht entstehen, die zu weiteren SchĂ€den an der DVD oder sogar am AbspielgerĂ€t fĂŒhren kann. Allerdings sind diese Fehler in der Regel nur ein optisches Problem und haben keinen Einfluss auf die Abspielbarkeit der DVD.

Beim Herstellvorgang gibt es große Unterschiede zwischen bespielten Medien (Kauf-Videos) und unbespielten/wiederbeschreibbaren Scheiben (Rohlinge). Die Formate DVD-5, -9 und -10 können meist auf derselben Maschine hergestellt werden. Dabei werden die Informationen mit Matrizen (Stamper) in das heiße Polycarbonat gepresst (SpritzprĂ€gen). Um die Daten fĂŒr die Laufwerke lesbar zu machen, werden die Halbscheiben mit Metall beschichtet (sputtern). Bei DVD-5, DVD-10 und dem Layer 1 bei DVD-9 wird Aluminium vollreflektierend gesputtert (etwa 50 nm). Da bei DVD-9 beide Informationsschichten von einer Seite gelesen werden, wird die untere (Layer 0) halbtransparent mit Gold, Silizium oder Silberlegierungen beschichtet (etwa 10–15 nm). DVD-14 und DVD-18 erhĂ€lt man, indem zwischen die Halbscheiben eine bereits mit weiteren DVD-Strukturen versehene Folie eingebracht wird.

Beim Brennen ist kein Glasmaster erforderlich, sondern nur ein Computer, ein DVD-Brenner und ein Brennprogramm.

FĂŒr das Brennen benötigt man DVD-Rohlinge, die in unterschiedlichen QualitĂ€ten als DVD−R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW und DVD-RAM erhĂ€ltlich sind. Durch die verschiedenen DVD-Formate und die Tatsache, dass diese teilweise erst nach der Definition des ursprĂŒnglichen DVD-Regelwerks spezifiziert wurden und Varianten desselben sind, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die gebrannte DVD auf einigen DVD-Playern nicht abspielbar sein wird. Deswegen sollte man sich nach der KompatibilitĂ€t des Brenners und der gewĂŒnschten AbspielgerĂ€te vor dem Kauf der Rohlinge genau erkundigen. Einige DVD-Brenner bieten die Möglichkeit, DVD+R- und DVD+RW-Rohlinge mit dem Book Type DVD-ROM zu kennzeichnen und dadurch deren Akzeptanz durch Ă€ltere DVD-AbspielgerĂ€te deutlich zu erhöhen.

HĂ€ufig mĂŒssen die DVDs nach dem Brennen finalisiert werden. Bei DVD+RW und DVD-Ram ist ein Finalisieren nicht notwendig, es wird aber empfohlen, ein DVD-MenĂŒ zu erstellen.

FĂŒr den Labelaufdruck bei der DVD stehen ebenso wie bei der CD verschiedene Drucktechniken zur VerfĂŒgung:

Siebdruck

Im Siebdruck sind bis zu sechs Labelfarben möglich, es können Schmuckfarben (HKS oder Pantone) gewĂ€hlt werden. Siebdruck ist derzeit die gĂ€ngigste Variante, um CDs oder DVDs zu bedrucken, wird aber zunehmend vom Offsetdruck verdrĂ€ngt. Der Siebdruck ist geeignet fĂŒr gepresste CDs und DVDs; auch die Rohlingsbedruckung im Siebdruck ist möglich. Im Siebdruck sind die Farben sehr brillant.

Trockenoffsetdruck

Im Trockenoffset sind vier Labelfarben möglich (CMYK-Farbmodell), kombiniert mit dem Siebdruck bis zu sechs Labelfarben (CMYK im Offset und zusĂ€tzlich weiß VollflĂ€che und eine Schmuckfarbe oder Glanzlack im Siebdruck). Auf Grund der höheren Auflösung als im Siebdruck ist der Offsetdruck ideal fĂŒr fotorealistische Darstellungen. Seit Anfang 2004 ist der Offsetdruck nicht nur fĂŒr gepresste CDs und DVDs, sondern auch fĂŒr CD-Rohlinge und DVD-Rohlinge möglich.

Thermotransferdruck

Bei diesem Druckverfahren wird mit einem speziellen Drucker Farbe von einem Farbband durch Erhitzung des Druckkopfes auf die CD oder DVD ĂŒbertragen. Technisch bedingt ist das Druckverfahren eher fĂŒr Schriften und Logos geeignet. In der Praxis wird dieses Verfahren bei kleinen Auflagen (gebrannte CDs und DVDs) angewendet.

Thermoretransferdruck

Der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks. Das Labelmotiv wird im Thermotransferdruckverfahren auf ein Übertragungsband gedruckt und davon dann eine Folie auf die CD oder DVD aufgebracht. Durch diese Technik ist eine bessere Auflösung möglich. So kann bereits bei Kleinauflagen ein fotorealistischer Druck erreicht werden.

Tintenstrahldruck

Es gibt spezielle DVD- bzw. CD-Rohlinge, welche gegenĂŒber der Datenseite eine weiße Druckseite besitzen. Diese besteht aus einem speziellen, saugfĂ€higen Material, welches ein Verlaufen der Tinte verhindern soll. Zum Bedrucken sind spezielle Drucker nötig, deren Technologie sich kaum von der unterscheidet, die zum Bedrucken von Papier genutzt wird. Entsprechend gibt es auch Drucker, die sowohl CDs, DVDs als auch Papier bedrucken können. Praktisch findet dieses Verfahren nur bei Heimanwendern und sehr kleinen Auflagen von gebrannten Medien eine Anwendung.

Aufklebe-Label

Diese Methode ist fĂŒr den Heimanwender nicht zu empfehlen. Wie bei einem Bimetall wölbt sich die DVD bei Temperaturunterschieden, da sich der Aufkleber und die Polycarbonat-Scheibe unterschiedlich stark ausdehnen. Im Gegensatz zu normalen CDs reichen bei einer DVD schon geringe Verzerrungen aus, dass der Player die Daten nicht mehr lesen kann. Dieser Effekt wird durch die WĂ€rme im Inneren des DVD-Players noch verstĂ€rkt, so dass beklebte DVDs hĂ€ufig erst nach einer gewissen Spieldauer ausfallen. Um dies zu verhindern, sind spezielle DVD-Aufkleber aus Kunststofffolie erhĂ€ltlich, die sich gleichmĂ€ĂŸig mit der Scheibe ausdehnen sollen. Nachteilig ist zudem, dass in der Regel durch den Aufkleber eine Unwucht entsteht. In DVD-Laufwerken kann diese Unwucht bei hohen Drehzahlen zu einer Ablösung des Aufklebers oder sogar einem Zerreißen der DVD fĂŒhren.

Manuelle Beschriftung

Mit Folienstiften, CD-Markern und anderen Schreibern fĂŒr glatte FlĂ€chen können DVDs natĂŒrlich auch von Hand beschriftet und bemalt werden. Dies ist die gĂŒnstigste und schnellste Methode. DVDs sind – anders als CDs – recht unempfindlich gegen Stifte, die die OberflĂ€che verkratzen oder chemisch angreifen, da ihre Datenschicht mittig liegt und somit von einer relativ dicken Kunststoffschicht geschĂŒtzt ist.

Laser-Label

Beschriftung des DatentrĂ€gers durch den Laser direkt im Laufwerk. Dies setzt einen speziellen Brenner und geeignete Rohlinge voraus, die ein solches Verfahren beherrschen. Die Vorteile des Laser-Labels liegen im Bedrucken auch in mobilen Betrieb, die Vermeidung von Neuinvestitionen in neue Drucker und der Möglichkeit, in mehreren Sessions zu drucken (Lightscribe). Nachteilig sind der ausschließlich monochrome Druck, die geringe QualitĂ€t, das geringe Drucktempo (optimaler Kontrast bei ĂŒber 30 min. Druckzeit) sowie die teuren und immer schwerer erhĂ€ltlichen Rohlinge.

LightScribe
Das erste Laser-Beschriftungssystem hat Hewlett-Packard unter dem Namen Lightscribe entwickelt, bei dem die Labelseite durch die Beschriftung geschwÀrzt wird. Verbreitet sind im unbeschrifteten Zustand bronzefarbene DatentrÀger. Es gibt eine Reihe andersfarbiger Medien, die jedoch wesentlich seltener im Handel anzutreffen sind. Je nach QualitÀtsstufe dauert eine Beschriftung zwischen 15 und 20 Minuten.
Labelflash
An dieses Verfahren anknĂŒpfend, hat Yamaha eine Ă€hnliche Technologie namens Labelflash entwickelt. Auch mit ihr wird der Rohling im Brenner per Laser beschriftet, erzeugt jedoch einen blauen Aufdruck auf der Label-Seite. Die Beschriftungsdauer liegt bei fĂŒnf Minuten in der besten QualitĂ€t, welche 1000 dpi mit 256 Helligkeitsstufen bietet.

Seit Jahren hört man immer wieder von einer neuerfundenen Einweg-DVD, welche besonders den Spielfilmverleih von Videotheken revolutionieren soll. Sobald die DVD aus der luftdichten HĂŒlle entfernt wird und mit Sauerstoff in BerĂŒhrung kommt, erfolgt eine chemische Reaktion, welche die DVD innerhalb von acht bis 48 Stunden unbrauchbar macht. Nach Ablauf dieser Zeit kann die DVD vom Kunden einfach weggeworfen werden, weswegen diese DVDs auch Wegwerf-DVDs genannt werden. Dem Vorteil, dass man diese DVDs der Videothek nicht mehr zurĂŒckbringen muss und somit auch VerzugsgebĂŒhren kein Thema mehr sind, stehen ökologische Nachteile gegenĂŒber, auch wenn das Produktmaterial vollstĂ€ndig recyclebar ist.

Die Firma Flexplay hat eine solche Einweg-DVD unter dem Namen EZ-D herausgebracht. Diese wurde ab September 2003 von Buena Vista Home Entertainment am US-Markt getestet. Es erschienen DatentrĂ€ger mit einem Film fĂŒr etwa fĂŒnf bis sieben US-Dollar kurz vor der eigentlichen Premiere desselben. Das Produkt fand jedoch nicht genug KĂ€ufer, so dass dieses Anfang 2004 bereits wieder aus den Verkaufsregalen verschwand. Ein Ă€hnliches Verfahren hatte auch schon die Firma SpectraDisc zuvor vorgestellt, nach deren Prinzip die Einweg-DVDs jedoch aufgrund von Lichtempfindlichkeit unbrauchbar wurden.

Eine andere Variante vertreibt die Firma DVD-D Germany Ltd. Die Daten auf der DVD-D (D fĂŒr engl. 'disposable', dt. 'Wegwerfartikel') sind nach dem ersten Abspielen 48 Stunden lesbar, danach erscheint im Player „No disc“. Die Datenzerstörung wird durch die Rotation im AbspielgerĂ€t gestartet, gelöscht wird dabei nach Angaben der Firma das SteuerungsmenĂŒ der DVD. Allerdings gibt es zum Mechanismus keine genaueren Angaben. Teilweise wird dies begrĂŒndet mit FlĂŒssigkeits-Tanks in der DVD, die durch die Rotation aufbrechen (Zentrifugalkraft). Auf der Website des Unternehmens DVD-D Germany[13] wurden bereits mehrere Kinofilme in diesem Format zum Preis von rund 4 € angeboten. Die grĂ¶ĂŸte Verbreitung gibt es derzeit in Frankreich, Italien und in Skandinavien.

Bestrebungen zu einer besseren ökologischen VertrĂ€glichkeit der DVD fĂŒhrten zur Entwicklung der Ecodisc. Diese DVD besteht aus nur einer Polycarbonat-Scheibe und hat nur acht Gramm Gewicht. Die SpeicherkapazitĂ€t ist mit 4,7 GB gleich groß wie bei der DVD-5.

WĂ€hrend heutzutage das DivX-Format als Videokompressionsalgorithmus bekannt ist, bezeichnet DIVX eine spezielle Pay-per-View-Variante in den USA, die heute nicht mehr existiert. Im Jahr 1998 kam die Idee auf, zu den damals noch erheblich teureren DVDs eine Billigvariante anzubieten, die 48 Stunden lang abgespielt werden konnte, jede darĂŒber hinausgehende Nutzung war kostenpflichtig. Zur Dekodierung und Abrechnung der Filme wurden spezielle, mit einem Modem ausgestattete Player benötigt, die sich regelmĂ€ĂŸig mit einem speziellen Server verbanden, um Abrechnungsdaten zu ĂŒbertragen.

DIVX benutzte ein MPEG-4-Derivat, welches mit speziellen DIVX-Flags zur Identifizierung und Dekodierung des Films versehen war. Letzten Endes konnte sich das System der DVD gegenĂŒber nicht durchsetzen und endete nach nur einem Jahr als Flop.

Im Jahr 2010 wurde die DVD Opfer des Aprilscherzes der renommierten Computerzeitschrift c’t. Dem Artikel nach sollten gepresste DVDs anfĂ€llig fĂŒr Bakterienbefall sein. Als Merkmal wurden Flecken auf den DVDs genannt. Das Bakterium könne ganze Stapel – allerdings lediglich neuerer – DVDs zerstören und wĂŒrde sich auch ĂŒber infizierte Laufwerke verbreiten. Die Leser wurden aufgerufen, ihre DVD-Sammlung umzusortieren, so dass zwischen neuen immer zwei alte DVDs stehen, ihre DVD-Laufwerke zu behandeln und tagelang nicht zu benutzen.[14] Ein fingiertes Schreiben vom Verband der Videothekenbesitzer, datiert auf den 1. April und die Verwendung der Nummer eines in der Fernsehserie Lost vorkommenden Impfstoffs als Bestellnummer enttarnen den Artikel als Aprilscherz.

  • Vergleich optischer DatentrĂ€ger – Vergleich von CD, DVD, HD DVD und Blu-ray Disc
  • Lars-Olav Beier, Thomas Schul, Martin Wolf: Goldrausch mit Silberlingen. In: Der Spiegel, 58 (2005) Heft 24, S. 128–132. ISSN 0038-7452.
  • Hartmut Gieselmann: Gegen das Vergessen: US-Forscher prĂŒfen Lebensdauer von CDs und DVDs. In: c’t, 22 (2005) Heft 1, S. 44 ISSN 0724-8679.
  • Jim Taylor: DVD Demystified. 2. Auflage. New York: McGraw-Hill, 2001. ISBN 0-07-135026-8.
  1. ↑ a b c Die PrĂ€fixe werden hier bei SpeicherkapazitĂ€ten im dezimalen Sinn verwendet: 1 KB = 1000 B (Byte), 1 MB (MByte) = 1000 KB (KByte), analog zu den Herstellerangaben.
  2. ↑ http://wiki.answers.com/Q/How_much_does_a_DVD_weigh
  3. ↑ Augsburger Allgemeine vom 15. September 2010, Rubrik Das Datum
  4. ↑ Erstmalig mehr als 110 Mio. verkaufte BildtontrĂ€ger (PDF 19 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.. 8. Februar 2010. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  5. ↑ Verdoppelter Blu-ray-Absatz beschert Videobranche erneutes Plus (PDF 36 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.. 10. Februar 2011. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  6. ↑ Deutliche ZuwĂ€chse bei den Formaten Blu-ray und Video on Demand (VoD) sorgen fĂŒr Rekordniveau im Kaufmarkt (PDF 35 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.. 9. Februar 2012. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  7. ↑ DVD-FAQ
  8. ↑ http://www.imation.de/support/faqs/Hersteller_Garantie_Imation.pdf Garantie Imation
  9. ↑ hier in der Bedeutung als BinĂ€rprĂ€fix
  10. ↑ ITWissen - Numerische Apertur
  11. ↑ 120 mm DVD Rewritable Disk(DVD-RAM). ECMA 272, 1999.
  12. ↑ Joohyun Lee, Jaejin Lee, and Taegeun Park. Error control scheme for high-speed dvd systems. Consumer Electronics, IEEE Transactions, 51, Issue:4:1197–1203, 2005
  13. ↑ DVD-D Germany
  14. ↑ Barczok, Achim: Petrischeiben – Bakterien zerstören DVDs. In: c’t, Nr. 8 vom 29. MĂ€rz 2010, S. 90 f.


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel wikipedia.de aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Witten

aus www.salesalon24.de, der freien EnzyklopÀdie
Wechseln zu: Navigation,
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Witten (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Wappen Deutschlandkarte
51.4333333333337.3333333333333104Koordinaten: 51° 26â€Č N, 7° 20â€Č O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landkreis: Ennepe-Ruhr-Kreis
Höhe: 104 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 72,37 kmÂČ
Einwohner:

97.819 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 1352 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 58452–58456
Vorwahlen:
Kfz-Kennzeichen:
GemeindeschlĂŒssel: 05 9 54 036
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 16
58452 Witten
WebprÀsenz: www.witten.de
BĂŒrgermeisterin: Sonja Leidemann (SPD)
Lage der Stadt Witten im Ennepe-Ruhr-Kreis

Die Stadt Witten liegt im SĂŒdosten des Ruhrgebietes im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg.

Bis 1974 war Witten eine kreisfreie Stadt. Im Zuge der Neugliederung 1975 wurde sie in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert, dessen grĂ¶ĂŸte Stadt sie heute ist. Gleichzeitig erreichte sie den Status einer Großstadt, den sie bis Anfang 2007 beibehielt.

Inhaltsverzeichnis

Witten liegt am Übergang vom unteren Sauerland zum niederbergischen HĂŒgelland im Westen und dem Emscherland im Norden, zwischen den GroßstĂ€dten Dortmund, Bochum und Hagen, am nördlichen Ausgang des engen tiefen Ruhrdurchbruchs durch das waldbedeckte Ardey-Sandsteinplateau zu beiden Seiten des Flusses Ruhr. Das Flusstal mit dem aufgestauten Kemnader See prĂ€gt neben den bewaldeten HĂŒgeln des Ardeygebirges, das einen Teil des Rheinischen Schiefergebirges darstellt, das Bild der Stadt. Die HöhenzĂŒge bestehen im Wesentlichen aus Sandstein, hinzu kommen kohlefĂŒhrende Schichten, die mancherorts offen zutage treten und die im Bergbauwanderweg Muttental zu besichtigen sind.

Messpunkt fĂŒr die geografische Lage der Stadt Witten ist die Turmspitze der Marienkirche. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist der Arenberg und misst 269 m, der niedrigste ist an der Wittener Straße, östlich vom Bahnhof Blankenstein und betrĂ€gt 71 m ĂŒ. NN. Die Stadtgrenze ist insgesamt 52 km lang. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung des Stadtgebiets betrĂ€gt in Nord-SĂŒd-Richtung 13,8 km und in West-Ost-Richtung 10,5 km.

Folgende StÀdte und Gemeinden grenzen an die Stadt Witten. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:

Dortmund (kreisfreie Stadt), Herdecke, Wetter (Ruhr), Sprockhövel und Hattingen (alle Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie Bochum (kreisfreie Stadt)

Das Stadtgebiet Wittens ist in acht Stadtteile eingeteilt. Diese sind weiter in mehrere Stadtbezirke unterteilt.

  • Witten-Mitte:
    • 11 Innenstadt
    • 12 Oberdorf-Helenenberg
    • 13 IndustriegĂŒrtel-West
    • 14 Krone
    • 15 Crengeldanz
    • 16 Hauptfriedhof
    • 17 Stadion
    • 18 IndustriegĂŒrtel-Nord
    • 19 Hohenstein
  • DĂŒren:
    • 21 DĂŒren-Nord
    • 22 DĂŒren-SĂŒd
  • Stockum:
    • 31 Stockum-Mitte
    • 32 Dorney
    • 33 Stockumer Bruch
    • 34 Wilhelmshöhe
    • 41 Tiefendorf
  • Annen:
    • 42 Wullen
    • 43 Annen-Mitte-Nord
    • 44 Annen-Mitte-SĂŒd
    • 45 Kohlensiepen
    • 46 Wartenberg
    • 47 Gedern
  • RĂŒdinghausen:
    • 53 Buchenholz
  • Bommern:
    • 61 Steinhausen
    • 62 Bommerbank
    • 64 Wettberg
    • 65 Buschey
    • 66 Bommeregge
  • Heven:
    • 71 Papenholz
    • 72 Hellweg
    • 73 Wannen
    • 74 Heven-Dorf
    • 75 Lake
  • Herbede:
    • 81 Herbede-Ort
    • 82 Vormholz
    • 83 Bommerholz-Muttental
    • 84 Durchholz
    • 85 Buchholz-KĂ€mpen

Die Niederschlagsmenge ist mit jĂ€hrlich 750 mm im langjĂ€hrigen Durchschnitt deutlich niedriger als in den umliegenden Mittelgebirgen. Der meiste Regen fĂ€llt im Sommerzeitraum (Juli durchschnittlich 80–90 mm), der wenigste im Winterzeitraum (Februar durchschnittlich 40–50 mm). Die Winter sind verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig mild (Januar 3,1 Â°C im Durchschnitt), die Sommer mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 18,6 Â°C im August relativ warm fĂŒr deutsche VerhĂ€ltnisse. Die mittlere Jahrestemperatur betrĂ€gt 9–10 Â°C.

Naturschutzgebiet Ruhraue

Im Stadtgebiet befinden sich vier Naturschutzgebiete. Eines um den Bach Elbsche (NSG Elbschebach Witten Bommerholz), ein Gebiet um die ehemalige Burg Hardenstein (NSG Hardenstein), der Kermelbach und die Ruhraue bei Gedern. Insgesamt sind damit ca. 184 Hektar geschĂŒtzt.

Das Wittener Rathaus mit dem Rathausplatz
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Witten

Die Ă€lteste ErwĂ€hnung des Stadtteils Herbede (seit 1975 eingemeindet) geht auf das Jahr 851 zurĂŒck. Witten selbst wurde erstmals 1214 urkundlich erwĂ€hnt, jedoch geht man davon aus, dass an der Stelle, an der heute die Johanniskirche im Herzen der Stadt steht, bereits im 9. Jahrhundert eine Kapelle errichtet worden ist. Die beiden RuhrmĂŒhlen wurden 1321 erstmals erwĂ€hnt. Die frĂŒhesten ErwĂ€hnungen des Wittener Kohle-Bergbaus datieren aus dem Jahr 1552 und 1578.

Am 22. April/2. Mai 1675 erhielt Witten in Kleve das Marktrecht durch den KurfĂŒrsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. GemĂ€ĂŸ der durch den Regierungs-, Justiz- und Hofgerichtsrat Mordio von der Reck ĂŒberbrachten Urkunde wurde der Donnerstag als Markttag festgelegt. Zudem wurde der Ausbau der zerstörten RuhrbrĂŒcke nach Bommern zur Auflage gemacht. 1776 wird die Ruhr in Witten schiffbar gemacht, vier Jahre bevor auf Initiative von Friedrich II. die gesamte Ruhr einer Schiffbarmachung unterlag.

Bis 1806 gehört Witten zur Grafschaft Mark, die spĂ€ter ĂŒber das Haus Brandenburg preußisch wurde, und von 1807 bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, unter dem 1809 die GrĂŒndung der Mairie Witten erfolgte. Anschließend gehörte Witten vorĂŒbergehend zum preußischen Gouvernement zwischen Weser und Rhein und ab 1815 endgĂŒltig zu Preußen (Provinz Westfalen). Der Ort wird dem Kreis Bochum zugeordnet. Die BĂŒrgermeisterei Witten umfasst neben Witten die Gemeinden Langendreer, Stockum, DĂŒren, Somborn und Werne. 1823 erhĂ€lt Witten die Stadtrechte, scheidet dann 1899 aus dem Kreis Bochum aus und wird eine kreisfreie Stadt.

Am 28. November 1906 treffen ein Brand und zwei Explosionen die Roburit-Fabrik nahe der Stadtgrenze zu Annen. 41 Menschen starben bei der Katastrophe, zudem kam es zu SchÀden im Umfeld.

Am 1. Juli 1921 wird die Gemeinde Heven und am 1. August 1929 werden die Gemeinden Annen (mit dem am 1. April 1922 eingemeindeten RĂŒdinghausen), Stockum, DĂŒren, Teile von Bommern sowie Teile von Langendreer (Krone) eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wird Witten wegen der industriellen Bedeutung Ziel von fast 100 sehr zerstörerischen Luftangriffen. Gegen Kriegsende hatte Walter Model, Oberkommandierender der deutschen Truppen im Westen, kurzzeitig sein Hauptquartier in der Dorfschule in Heven. Das gesamte Stadtgebiet, vor allem der Bereich um die RuhrbrĂŒcken, wurde zum Schauplatz eines erbitterten Abwehrkampfes zwischen US-Truppen und WehrmachtsverbĂ€nden, die den Ort jedoch bald nach und nach rĂ€umen mussten.

Im Rahmen der jĂŒngsten nordrhein-westfĂ€lischen Gebietsreform musste Witten am 1. Januar 1975 seine Kreisfreiheit aufgeben und wurde in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert. Gleichzeitig wurde Witten durch die Eingemeindung der Stadt Herbede vergrĂ¶ĂŸert.[2] Damit erreichte das Stadtgebiet Wittens seine heutige Ausdehnung.

Seit 1982 ist Witten UniversitÀtsstadt und Standort der privaten UniversitÀt Witten/Herdecke.

Panorama von Witten vom Ruhrtal (Muttental) aus gesehen (im Vordergrund: Deutsche Edelstahlwerke)
Wittener Stadtwappen im Treppenaufgang des Rathauses

Das Wappen der Stadt Witten zeigt in von Rot und Silber geteiltem Schild oben zwei abgekehrte, doppelschwĂ€nzige, silberne Löwen. Als Vorlage fĂŒr das Wappen diente das Siegel der Everhards von Witten-Steinhausen aus dem Jahre 1283. UrsprĂŒnglich war neben den Löwen, dem Wappentier der Everhards, auch deren Leitspruch „Sigillum Hermanni de Wittene“ abgebildet.

Dem Abzeichen in Form eines stilisierten dreieckigen Schildes war eine viertĂŒrmige Mauerkrone aufgesetzt. Erstmals angebracht wurde es auf einer Bowle (Schmuckschale), die der BĂŒrgermeister Rudolf Brickenstein als Anerkennung fĂŒr seine unentgeltliche TĂ€tigkeit 1883 von der Stadt Witten erhielt. Bei einer ÜberprĂŒfung der westfĂ€lischen Stadtwappen 1908 wurde ein ĂŒberarbeiteter Entwurf angenommen und am 6. November 1911 königlich genehmigt. Das Wappen bestand nun aus einer dreitĂŒrmigen sandsteinfarbenen Mauerkrone. Der stilisierte rechteckige Schild war wiederum zweigeteilt in eine untere silberne und eine obere rote HĂ€lfte, in der die beiden silbernen Löwen abgebildet waren. Die lateinische Umschrift fiel fortan weg.

Aussicht Ruhrtal bei Witten
Die Wittener Wahrzeichen: Das Rathaus und die Johanniskirche, 2009

WĂ€hrend des Nationalsozialismus blieb das Stadtwappen unverĂ€ndert. Dem Bestreben nach dem Zweiten Weltkrieg, kriegerische und nationalsozialistische Symbolik aus Wappen zu entfernen, brauchte Witten nicht zu entsprechen. Es konnte glaubhaft nachgewiesen werden, dass die beiden Löwen keine Angriffs-, sondern eine Abwehrposition einnehmen. Die englische MilitĂ€rregierung bestĂ€tigte am 24. April 1945 das Wappen von Witten, das bis heute keine grundsĂ€tzlichen VerĂ€nderungen erfuhr, sondern nur nach grafischen und heraldischen Gesichtspunkten zeitgemĂ€ĂŸ umgestaltet wurde.

Das aus den 1970er Jahren stammende Logo der Stadt Witten – ein schwarzes Quadrat, in dem durch parallele schrĂ€ge und senkrechte grĂŒngefĂŒllte Linien ein stilisiertes „W“ erkennbar war â€“ wurde im Jahr 2005 ersetzt.

Das neue Logo – eine geschwungene Linie als „Witten-W“ – lĂ€sst sich als Verlauf der Ruhr interpretieren. Der Pinselstrich soll Weltoffenheit und Dynamik versinnbildlichen. Die blaue Farbe steht fĂŒr das Wasser der Ruhr und betont die NĂ€he der Stadt zum Fluss, ihrer historischen Lebensader. Rechts ĂŒber dieser Linie findet sich ein gefĂŒllter Kreis, dessen Farbgebung den urbanen Mittelpunkt – das gold-gelb gestrichene Rathaus â€“ symbolisieren soll.

Johanniskirche
Marienkirche

Witten gehörte seit der GrĂŒndung zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner St.-Georgs-Stifts unterstellt.

1582 wandte sich die Bevölkerung der Reformation zu. Danach war die Stadt ĂŒber viele Jahrhunderte eine ĂŒberwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das evangelisch-lutherische Bekenntnis. Mit dem Übergang an Preußen gehörte auch die evangelische Gemeinde in Witten zur Evangelischen Kirche in Preußen bzw. deren westfĂ€lischen Provinzialkirche. Sie wurde der Superintendentur Hattingen zugeordnet. Heute heißt diese Verwaltungseinheit Kirchenkreis Hattingen-Witten und umfasst die evangelischen Kirchengemeinden der StĂ€dte Hattingen, Witten, Sprockhövel, Velbert-Nierenhof und Wetter-Wengern. Die neun evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Witten sind Annen, Bommern, Trinitatis (mit Christuskirche, Heven und Oberkrone), Herbede, Heven, Johanniskirche (Innenstadt), Martin-Luther-Kirche, RĂŒdinghausen und Stockum. Die Anstaltsgemeinde des Diakoniewerks Ruhr wurde inzwischen der Innenstadt (Johanniskirche) zugeordnet.

Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 Evangelische Kirche der altpreußischen Union; APU), entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche Preußens. Die Altlutheraner bestanden auf ihre Religionsfreiheit, indem sie uneingeschrĂ€nkt lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre forderten. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnte sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV konstituieren und wurde anerkannt. Erst 1896 entstand in Witten die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kreuzkirchengemeinde Witten. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Westfalen der SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Ebenso befindet sich dort der Superintendentur des Kirchenbezirks Westfalen dieser lutherischen Kirche.

Die wenigen Katholiken in Witten nach der Reformation gehörten bis 1821 noch zum Erzbistum Köln, dann zum Bistum bzw. Erzbistum Paderborn. 1834 konnten die Katholiken wieder eine eigene Gemeinde grĂŒnden, die zunĂ€chst zum Dekanat Hattingen gehörte. 1921 wurde Witten Sitz eines eigenen Dekanats, das heute zur Region Ruhr-Mark des Erzbistums Paderborn gehört. Als 1975 die Stadt Herbede eingemeindet wurde, behielt diese ihre Zugehörigkeit zum Bistum Essen bei und gehört damit als einziger Stadtteil von Witten noch heute zum Erzbistum Köln. Pfarrgemeinden im Stadtgebiet Wittens sind u. a. Bommern, St. Peter und Paul Herbede, St. Josef Annen, St. Marien, St. Maximilian Kolbe Stockum, St. Pius RĂŒdinghausen und St. Vinzenz von Paul.

1954 wurde das Karmelitinnenkloster in Witten-Annen errichtet.

Evangelisch-freikirchliche Baptistengemeinde in Annen

Daneben gibt es noch verschiedene Freikirchen, darunter Freie evangelische Gemeinden (hier befindet sich der Sitz des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland) sowie eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Witten mit vier Gemeinden (Mitte, Annen, Herbede und Stockum) vertreten.

JĂŒdischer Friedhof Ledderken

Seit 1815 sind Juden in Witten urkundlich belegt. Die jĂŒdische Gemeinde zeigte nach der Niederlassungsfreiheit von 1847 eine stetig zunehmende Tendenz mit einem Maximum von ĂŒber 500 Personen. Am 20. MĂ€rz 1885 wurde der Grundstein der Synagoge in der Kurzen Straße (heute Synagogenstraße) gelegt.[3] Diese wurde im November 1938 durch vom nationalsozialistischen Staatsterror angeleitete Wittener BĂŒrger geplĂŒndert, in Brand gesetzt und vollstĂ€ndig zerstört. Die jĂŒdischen BĂŒrger wurden von Staats wegen ihrer BesitztĂŒmer beraubt, zur Emigration gezwungen oder ermordet. Die ca. 100 (Stand 2012)[4] in Witten lebenden Juden gehören zur JĂŒdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund, besuchen aber teilweise auch Veranstaltungen und Gottesdienste der Gemeinden in Bochum und Hagen.

Bosniakische Moschee

Die vier islamischen Gemeinden mit Moscheen in Witten (Annen, Herbede, Breitestr. und Wideystr.) wurden Ende des 20. Jahrhunderts durch tĂŒrkische und bosnische Gastarbeiter gegrĂŒndet. Davon gehören zwei tĂŒrkische Gemeinden der DÄ°TÄ°B an, eine der MillĂź GörĂŒĆŸ und die bosnische Gemeinde der IGBD.

→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Witten
Villa Friedrich Lohmann sen.

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige hundert Menschen in Witten. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Im 19. Jahrhundert setzte mit Beginn der Industrialisierung in Witten ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1808 erst 1.587 Menschen in der Stadt, so waren es im Jahre 1900 bereits ĂŒber 33.000.

Im Zuge der Eingemeindung von Herbede (15.021 Einwohner 1974) ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt Witten am 1. Januar 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 109.554 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2011 betrug die amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Witten 98.330 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).[5]

Karl-Marx-Platz mit dem Germaniadenkmal fĂŒr die gefallenen deutschen Soldaten in den Einigungskriegen 1864, 1866 und 1870/71

Die Verwaltung Wittens lag bis Ende des 18. Jahrhunderts in den HĂ€nden des Patrimonialgerichtsherrn, des Besitzers des Hauses Witten. Diese Struktur wurde 1806 aufgehoben und 1809 erhielt Witten wĂ€hrend der Besetzung der Region durch französische Truppen eine bĂŒrgerliche Verwaltung (siehe auch: Mairie Witten). An der Spitze der Stadt stand danach der BĂŒrgermeister. Nachdem Witten 1823 die Stadtrechte erhalten hatte wurde 1841 die revidierte StĂ€dteordnung, 1842 die Landgemeindeordnung eingefĂŒhrt. 1850 wurde die westfĂ€lische StĂ€dteordnung eingefĂŒhrt. Nach Erlangung der Kreisfreiheit trug der BĂŒrgermeister den Titel OberbĂŒrgermeister.

WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde der OberbĂŒrgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die MilitĂ€rregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen OberbĂŒrgermeister ein und 1946 fĂŒhrte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewĂ€hlten Rat der Stadt, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wĂ€hlte anfangs aus seiner Mitte den OberbĂŒrgermeister als Vorsitzenden und ReprĂ€sentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tĂ€tig war. Des Weiteren wĂ€hlte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Mit der Eingliederung in den Ennepe-Ruhr-Kreis 1975 trugen die StadtoberhĂ€upter die Titel BĂŒrgermeister bzw. Stadtdirektor. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seitdem nimmt der hauptamtliche BĂŒrgermeister beide Funktionen in Personalunion wahr.

Sonja Leidemann, BĂŒrgermeisterin seit 2004

BĂŒrgermeister, 1905–1945 und seit 1946: OberbĂŒrgermeister

  • 1809–1813: Schmieding
  • 1813–1825: Clason
  • 1825–1839: Geißel
  • 1839–1850: KĂ€mper
  • 1851–1856: Wichelhausen
  • 1856–1869: Bauer
  • 1869–1873: Wegener
  • 1873–1877: Geisenheimer (entlassen)
  • 1877–1883: Haarmann, Brickenstein, Grieben, (vertretungsweise)
  • 1883–1889: BĂŒrkner, BĂŒrgermeister
  • 1890–1911: Gustav Haarmann, Nationalliberale Partei
  • 1911–1933: Otto Laue, Deutschnationale Volkspartei
Rathausturm und Johanniskirche, im Vordergrund der ehemalige Busbahnhof
  • 1945–1946: Alfred Junge
  • 1946–1950: Albert Martmöller, SPD
  • 1952–1953: Albert Martmöller, SPD
  • 1967–1978: Friedhelm Ottlinger, SPD
  • 1978–1983: Klaus Lohmann, SPD
  • 1989–2004: Klaus Lohmann, SPD
  • 2004–0000: Sonja Leidemann, SPD
  • 1946–1947: Alfred Junge, Oberstadtdirektor
  • 1947–1959: Ludwig Lehmann, Oberstadtdirektor

Gehörten dem Rat der Stadt Witten zwischen 2004 und 2009 64 Mitglieder an, ist deren Anzahl nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 auf 66 gestiegen. Die Sitze verteilen sich wie folgt (in Klammern die bei der Wahl erzielten Stimmen in Prozent)

  • SPD 22 Sitze (33,2 %)
  • CDU 18 Sitze (27,54 %)
  • B90/GrĂŒne 9 Sitze (12,85 %)
  • BĂŒrgerforum 5 Sitze (7,3 %)
  • Die Linke 4 Sitze (6,03 %)
  • FDP 4 Sitze (5,34 %)
  • WBG 2 Sitze (3,61 %)
  • NPD 1 Sitz (1,63 %)
  • AUF Witten 1 Sitz (1,42 %)

→ Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Witten

  • WBG: Die Wittener BĂŒrgergemeinschaft (WBG) wurde 1999 als kommunal ausgerichtete WĂ€hlergruppe gegrĂŒndet. Ihre VorlĂ€uferorganisation wurde nach einem parteiinternen FĂŒhrungsstreit von einigen CDU-Mitgliedern gegrĂŒndet. Sie schaffte 1999 auf Anhieb den Sprung in den Rat und widersetzte sich 2009 einer Übernahme durch Wittener Ärzte.
  • AUF Witten: Die WĂ€hlergruppe AUF Witten wurde am 26. September 2003 von Mitgliedern der Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, einzelnen ehemaligen Mitgliedern der SPD und von parteipolitisch nicht gebundenen Personen als ĂŒberparteiliches WahlbĂŒndnis gegrĂŒndet.
  • BĂŒrgerforum: Das BĂŒrgerforum ist 2009 erstmals in Erscheinung getreten. GegrĂŒndet wurde die Liste zunĂ€chst als ein Zusammenschluss von einigen Wittener Ärzten. Eine Aufnahme in die WBG und die Besetzung der ersten ListenplĂ€tze der WBG zur Kommunalwahl gelang zuvor nicht. Aus diesem Grund grĂŒndeten die Ärzte gemeinsam mit einigen ehemaligen Mitgliedern der WBG das BĂŒrgerforum und schafften auf Anhieb den Sprung in den Rat.
  • 1953–1965: Richard Oetzel, MdB (CDU) (Landesliste)
  • 1965–1969: Gustav Heinemann, MdB (SPD) (Direktmandat)
  • 1969–1983: Herbert Baack, MdB (SPD) (Direktmandat)
  • 1980–2002: Norbert Lammert, MdB (CDU) (Landesliste)
  • 1983–1998: Klaus Lohmann, MdB (SPD) (Direktmandat)
  • 1998–heute: Christel Humme, MdB (SPD) (Direktmandat)
  • 2002–heute: Ralf Brauksiepe, MdB (CDU) (Landesliste)
  • 2005–2009: Konrad Schily, MdB (FDP) (Landesliste)
  • 1990–2005: Dietrich Kessel, MdL (SPD)
  • 2005–heute: Thomas Stotko, MdL (SPD)
  • 2010–heute: Verena SchĂ€ffer, MdL (GrĂŒne) (Landesliste)

Die Stadt Witten unterhĂ€lt mit mehreren StĂ€dten StĂ€dtepartnerschaften, die teilweise durch eigene Vereine und Freundeskreise der Wittener BĂŒrger belebt werden.

  • Beauvais (Frankreich), seit 1975
  • Mallnitz (Österreich), seit 1979
  • Lew haScharon (Israel), seit 1979
  • Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt), seit 1990 (zunĂ€chst Wolfen, am 1. Juli 2007 Fusion mit Bitterfeld)
  • Kursk (Russland), seit 1990
  • Tczew (Polen), seit 1990
  • San Carlos (Nicaragua), seit 1990 Freundschaftsvertrag
  • London Borough of Barking and Dagenham (Großbritannien), seit 1979

Witten ist Sitz der Föderation der Westthrakien-TĂŒrken in Europa.

UniversitĂ€t Witten/Herdecke, Neubau RĂŒckseite OstgebĂ€ude

In Witten werden die SchĂŒler im Primarbereich an 17 verschiedenen Grundschulen unterrichtet. Im Bereich der weiterfĂŒhrenden Schulen (Sekundarbereich) gibt es mit der Freiligrathschule, der Overbergschule und der Pestalozzischule drei Hauptschulen, mit der Adolf-Reichwein-Realschule, der Helene-Lohmann-Realschule und der Otto-Schott-Realschule drei Realschulen, zwei Gesamtschulen (Hardenstein Gesamtschule, Holzkamp Gesamtschule) und mit dem Albert-Martmöller-Gymnasium, dem Ruhr-Gymnasium Witten und dem Schiller–Gymnasium drei Gymnasien. Neben diesen Schulen im Regelschulbereich existieren noch zwei Waldorfschulen (Rudolf Steiner Schule Witten, Blote-Vogel Schule Witten-Annen) und zwei Förderschulen. Dazu gibt es in Witten noch sechs berufsbildende Schulen, eine Volkshochschule, eine kommunale und mehrere private Musikschulen, das Institut fĂŒr Waldorf-PĂ€dagogik und die PrivatuniversitĂ€t Witten/Herdecke, die als erste private deutsche UniversitĂ€t 1982 gegrĂŒndet wurde.

Das Evangelische Krankenhaus Witten, im Vordergrund die Otto Schott Realschule

Die Stadt Witten beherbergt zwei KrankenhÀuser, das katholische Marienhospital und das Evangelische Krankenhaus Witten (bis Mitte der 1970er Jahre Diakonissenhaus, umgangssprachlich findet der Name bis heute Verwendung).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhĂ€lt die Stadt mit einer durch den Crengeldanz fĂŒhrenden Chaussee ihren ersten Verkehrsknoten. Ab 1803 verkehrt hier eine Postkutschenroute von Essen ĂŒber Bochum und Hamm nach Unna. 1808 folgt eine weite Relation von Bochum ĂŒber Stockum und BrĂŒnninghausen nach Hörde. Diese Verbindung ruht zwischen 1813 und 1822. 1823 wird am Crengeldanz eine feste Poststelle eingerichtet. Am 22. Juni 1825 folgt das PostwĂ€rteramt. Nachdem in der Innenstadt eine weitere Poststelle eingerichtet wurde, verlagerte sich der Verkehr vom Crengeldanz weg, so dass 1850 die zwischenzeitlich eingerichtete Post-Expedition schließen musste.

Auf Betreiben der Glasfabrik Crengeldanz und der Brauerei Crengeldanz wurde diese 1881 als kaiserliches Postamt wiedereröffnet. Diese erhielt am 1. Juni 1882 eine eigene Telegrafenanstalt. Das GebĂ€ude Crengeldanzstraße 92, in welchem diese eingerichtet war, existiert noch heute.

Witten ist durch die A 43, A 44 und A 45 an das Fernstraßennetz angebunden, wobei sich an der A 43 die Anschlussstellen Witten-Heven und Witten Herbede befinden, an der A 44 die Anschlussstellen Witten-Zentrum, Witten-Stockum und Witten-Annen und an der A 45 die Anschlussstelle Witten-Stockum.

Der Wittener Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 427 von Hagen Hbf nach Dortmund Hbf bzw. Bochum Hbf. Diese Strecken wurden 1848 bzw. 1862 von der Bergisch-MĂ€rkischen Eisenbahn-Gesellschaft gebaut. Eine weitere Bahnstrecke Witten–Schwelm auf der anderen Ruhrseite wurde in den 1930er Jahren von der Deutschen Reichsbahn eröffnet. Heute werden sie fĂŒr den Schienenpersonennahverkehr, den Schienenpersonenfernverkehr und den GĂŒterverkehr genutzt.

In Witten Hauptbahnhof halten folgende Linien:

Name Nummer Zuglauf
Wupper-Express RE 4 Dortmund Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf – Wuppertal Hbf – DĂŒsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf – Aachen Hbf
Ruhr-Sieg-Express RE 16 Essen Hbf – Bochum Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf – Letmathe – Finnentrop – Siegen Hbf bzw. Iserlohn (Zug wird in Letmathe geteilt)
Ruhr-Lenne-Bahn RB 40 Essen Hbf – Bochum Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf
S-Bahn Rhein-Ruhr S 5 Dortmund Hbf – Witten Hbf – Hagen Hbf
S5 nach Hagen Hbf weiter als S 8 
 – Wuppertal Hbf – DĂŒsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf

DurchgefĂŒhrt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW und der Abellio Rail NRW GmbH.

Neben dem Hauptbahnhof gibt es in Witten noch den Bahnhof Witten-Annen Nord, der ebenfalls von der S 5 angefahren wird.

Dazu bestehen Planungen, die Auslastung der bestehenden Linien durch zwei weitere S-Bahnhaltepunkte zu erhöhen:

  • Witten-UniversitĂ€t (S 5) (geplant bis 2015)
  • Witten-RĂŒdinghauser Feld (S 5) (geplant bis 2015).
Die Wittener Einkaufszone wird durch drei ebenerdige Haltestellen des ÖPNV direkt erschlossen

Bei Letzterem handelt es sich um die Verlegung des heutigen Haltepunktes Dortmund-Kruckel (S 5). Wegen seiner Randlage und der mangelhaften Anbindung an den restlichen ÖPNV kamen schon Mitte der 1970er PlĂ€ne auf, den ehemaligen Bahnhof der Zeche Vereinigte Wiendahlsbank in die Mitte des Siedlungsgebietes Witten-RĂŒdinghausen/Dortmund-Persebeck zu verlegen. Diese PlĂ€ne stehen in einem Wettbewerb mit dem Standort RĂŒdinghausen Industriegebiet, der vom grĂ¶ĂŸten Wittener Steuerzahler favorisiert wird. Vor einigen Jahren wurden die PlĂ€ne zum Standort Menglinghauser Straße auch planungsrechtlich geschwĂ€cht. Im Zusammenhang mit einer Änderung des FlĂ€chennutzungsplans, der die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf einer fĂŒr eine Ortsumgehung vorgesehenen FlĂ€che ermöglichte, wurden die Rahmenbedingungen fĂŒr die Beseitigung des schienengleichen Übergangs im Bereich des geplanten S-Bahnhofs RĂŒdinghausen/Persebeck festgeschrieben. In diesen PlĂ€nen ist kein Haltepunkt mehr vorgesehen. Die Stadt Dortmund lehnt eine Verlegung des Haltepunktes ganz ab. Um diesen Vorstellungen Nachdruck zu verleihen beginnen im Januar 2007 Verhandlungen zwischen der Bezirksvertretung Dortmund-Hombruch und der Deutschen Bahn AG in denen es u. a. auch um die Sicherung des bisherigen Standort des Bahnhofs Kruckel geht. Alle Neuplanungen sind im Moment zurĂŒckgestellt, da die Bahn aus GrĂŒnden der Bilanzpolitik nicht bereit ist, sich an den Baukosten der gewĂŒnschten Haltepunkte zu beteiligen.

Im Sommer verkehrt die Museumseisenbahn Ruhrtalbahn mit vier Haltepunkten auf Wittener Stadtgebiet: Witten-Bommern, Witten-Herbede, Ruine Hardenstein und Zeche Nachtigall.

Im Straßenpersonennahverkehr gibt es ein breit gefĂ€chertes Angebot an Straßenbahn- und Busverbindungen. Betrieben werden sie bis auf wenige Ausnahmen von der BOGESTRA.

FĂŒr den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumĂŒberschreitend der NRW-Tarif. Im Übergangstarif gilt außerdem der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe.

MS Schwalbe II

Auf der Ruhr verkehrt im Sommer das Ausflugsschiff Schwalbe II der Stadtwerke Witten drei- bis viermal tĂ€glich. Anleger sind: Bommern Uferstraße, Zeche Nachtigall, Burgruine Hardenstein, Schleuse Herbede, Herbede LakebrĂŒcke und Freizeitbad Heveney.

Am Freizeitbad Heveney besteht eine Umsteigemöglichkeit zum Ausflugsschiff MS Kemnade. Das Boot verkehrt vier- bis achtmal tĂ€glich auf dem seit 1979 bestehendem Kemnader Stausee. Anlegestellen sind: Seglerhaus Hafen Heveney, Kemnader Wehr, Oveney, Herdede SĂŒdufer, Freizeitbad Heveney.

Die FÀhre Hardenstein, auch RuhrtalfÀhre, ist eine PersonenfÀhre auf der Ruhr in Witten. Sie verkehrt kostenlos in NÀhe der Burgruine Hardenstein in Witten-Herbede und der Herbeder Schleuse in Witten-Heven und stellt so eine touristische Bereicherung des Ruhrtalradwegs dar.

Wittens Wirtschaft ist geprĂ€gt von der Stahlindustrie, Maschinenbau und der chemischen Industrie. In den 1970er wurde versucht Witten als Standort fĂŒr die Elektronikindustrie aufzubauen. Die Ansiedlung eines Telefonwerks fĂŒr HiCom Telefonanlagen von Siemens im Stadtteil RĂŒdinghausen wurde subventioniert. Nach Ablauf der Bindungsfristen gab das Unternehmen den Produktionsstandort auf, nicht zuletzt auch, weil Rahmenbedingungen fĂŒr die Produktlinie sich verschlechtert hatten. Die Vogt electronic AG aus Passau ĂŒbernahm 1999 das Werk und fĂŒhrte es als VOGT electronic Witten GmbH noch bis 2005 fort. 2008 wurde auf einem Teil des GelĂ€ndes ein Bauhaus-Baumarkt eröffnet.

Deutsche Edelstahlwerke GmbH
Die obere Bahnhofstraße
Die untere Bahnhofstraße bei Nacht

Folgende Firmen haben ihren Sitz in Witten: Ardex (Spezialwerkstoffe fĂŒr das Bauhandwerk), Bosch Rexroth (Getriebebau, Antriebstechnik, Windenergie), Deutsche Edelstahlwerke (Edelstahl-Langprodukte), Evonik Degussa (Zweigwerk), Faiveley Transport (Brems- und Kupplungssysteme fĂŒr Schienenfahrzeuge), ISE Industries (Automobilzulieferer), J.D. Neuhaus (druckluftbetriebene Hebezeuge, Windentechnik, Krananlagen), Kronenbrot (GroßbĂ€ckerei), Ostermann (Stammsitz, Möbeleinzelhandel), Pilkington Automotive (Fahrzeugglas), Privatbrennerei Sonnenschein (Sprirituosen), Stadtwerke Witten, Friedr. Lohmann GmbH (Stahlfabrik), Siemens Enterprise Communications (Telekommunikation), Stiftung Christliche Medien (Medienholding), SMS Meer (Anlagenbau, vormals Wagner-Banning-Ringwalzen), Weichenwerk Witten ( Eisenbahnweichen).

Der WAZ-Konzern ist mit den Tageszeitungen Westdeutschen Allgemeine und WestfÀlische Rundschau vertreten (mit inhaltsgleichem Lokalteil). Die Ruhr Nachrichten sind eine Tageszeitung des Medienhauses Lensing in Dortmund. Das Anzeigenblatt Witten aktuell erscheint bei ORA, einem Gemeinschaftsunternehmen von WAZ und Ruhrnachrichten. Das Stadtmagazin ist ein alle zwei Monate erscheinendes, anzeigenfinanziertes Magazin. Witten transparent ist ein monatlich erscheinendes anzeigenfinanziertes Magazin.

Witten gehört zum Redaktionsgebiet des TV-Studios Dortmund, dem Lokalsender des WDR. Der kreisweite und zu Radio NRW gehörende lokale Radiosender Radio Ennepe Ruhr informiert ĂŒber die Geschehnisse in der Stadt. Das Ruhrstadtstudio ist eine Radiowerkstatt, in der BeitrĂ€ge fĂŒr den BĂŒrgerfunk des Lokalradios produziert werden.

Der SacktrÀger in der Innenstadt
Villa Friedrich Lohmann sen. im Stadtpark

In Witten sind viele professionelle und LaienbĂŒhnen zuhause. Eigene SpielstĂ€tten haben das Tanztheater Abrakadabra, seit 1999 die RuhrbĂŒhne Witten – ein 1926 gegrĂŒndetes Amateurtheater –, die Theatergemeinschaft Frohsinn, eine bereits seit 1921 spielende LaienbĂŒhne, sowie der Stockumer Theater Verein e. V., den theaterbegeisterte Wittener 1993 ins Leben riefen. Anfang der neunziger Jahre initiierte Blanche Kommerell die Theatergruppe der UniversitĂ€t, deren Schwerpunkt Dramen der Weltliteratur sind. An der UniversitĂ€t ist auch der unikat(club) angesiedelt, eine von Studenten der UniversitĂ€t Witten/Herdecke betriebene Kulturinitiative. Daneben begeistern zwei Tourneetheater ihre Zuschauer mit Kinder- und ExperimentalstĂŒcken: das Wittener Kinder- und Jugendtheater und das Ensemble Theaterspiel. Im Saalbau organisieren zwei Kulturringe regelmĂ€ĂŸige klassische TheaterauffĂŒhrungen und Konzerte.

Die StĂ€dtischen Musikschule bietet neben dem Studium von Instrumenten und Gesang auch Auftritte verschiedener Orchester und Ensembles. Die Rhein-Ruhr-Philharmonie ist ein nichtprofessionelles Sinfonieorchester. Weitere Amateur-Ensembles sind der Wittener Bach-Chor (gegrĂŒndet 1919) und das Wittener Mandolinen- und Gitarrenorchester, das seit 1929 besteht.

Das Festival Wittener Tage fĂŒr neue Kammermusik lĂ€dt jĂ€hrliche im April zu zeitgenössischer Musik, Klangkunst und Musiktheater. In Witten haben folgende Bands ihre Heimat: Franz K., die sich seit ihrer GrĂŒndung 1969 dem Blues und Deutschrock verschrieben haben, die Rapper von Sons of Gastarbeita, Creutzfeld & Jakob, die Hip-Hop machen sowie die Gothic Metal-Band Eisheilig.

Die Burg Kino Witten GmbH betreibt ein Kino mit vier SÀlen von 250, 145, 85 und 30 SitzplÀtze. Der Filmclub Witten prÀsentiert in der Werk°Stadt und im Haus Witten Filmkunst.

Im Saalbau ist die Wittener Kulturgemeinde zu finden. Die Bildungs- & KulturInitiative[6] zeigt zeitgenössische Kunst- & Kulturprojekte. Das Studio Stellwerk – ein Zusammenschluss von Fotografen, KĂŒnstlern und Kulturmanagern – betreibt auch die Kulturkneipe Knut's.[7] Der Studentenklub unikat(club) fand 2012 ein neues Zuhause in der Westfalenstraße 19.[8] Trotz Allem ist das unabhĂ€ngige Soziokulturelle Zentrum Wittens.[9] Seit 1977 widmet sich das Jugend- und Kulturzentrum Werk°Stadt der „Kultur fĂŒr alle“ und dort ist auch das JugendcafĂ© Treff° angesiedelt.[10]

MĂ€rkisches Museum

Das MĂ€rkische Museum fĂŒr zeitgenössische Kunst zeigt die Sammlung der Stadt Witten ĂŒber deutsche Malerei und Grafik von 1900 bis zur Gegenwart. Das Museum befindet sich in der Innenstadt.

Im Hebezeug-Museum/Windenschmiede im Stadtteil Heven, einer private Ausstellung der Firma J.D. Neuhaus Hebezeuge GmbH & Co., sind neben der Windenschmiede zahlreiche historische Maschinen sowie der Nachbau eines LĂŒbecker Krans aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen.

Das Museum des Diakoniewerks Ruhr zeigt medizinische GerÀte der letzten 100 Jahre.

Auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Zeche Theresia befindet sich das Gruben- und Feldbahnmuseum. Von April bis Oktober ist es jeden ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet. Es bietet neben der Besichtigung zahlreicher Exponate von Zechenbahnen auch die Möglichkeit, mit einer Feldbahn zu fahren. Die betriebene Strecke fĂŒhrt vom Wanderparkplatz an der Nachtigallstraße ĂŒber das GelĂ€nde der Zeche Theresia zur Zeche Nachtigall. Die ehemalige Zeche Nachtigall ist einer von acht Standorten des LWL-Industriemuseums. Hier hat man die Möglichkeit, die Zeche Eimerweise, einen historischen Lastkahn, das Maschinenhaus der Zeche und eine Ringofen-Anlage (in der Backsteine bzw. Ziegel gebrannt wurden) zu besichtigen. Beide Museen liegen im Stadtteil Bommern.

Im ehemaligen Bethaus der Bergleute im Muttental dokumentiert die Dauerausstellung „Vom Bethaus zur Kohle“ das Alltagsleben der Bergleute. Der Bergbauwanderweg Muttental fĂŒhrt hier vorbei zum Zechenhaus Herberholz im Muttental. Der „Förderverein bergbauhistorischer StĂ€tten“ hĂ€lt hier im Haus und auf dem AußengelĂ€nde ein Museum bergmĂ€nnischer Ausstattung, Werkzeuge und Maschinerie vor.

FĂŒr den 2005 verstorbenen Wittener KĂŒnstler Charles Wilp wurde 2012 das Charles Wilp Space eröffnet. Ein Museum mit seinen Werken.

Helenenturm

Das Haus Witten, vormals ein Rittergut, beherbergt heute das stÀdtische Kulturzentrum mit Szenelokal.

Schloss Steinhausen im Stadtteil Bommern

Die TĂŒrme des Rathauses aus dem Jahr 1926 und der benachbarten Johanniskirche bilden das Wahrzeichen der Stadt. Die evangelische Johanniskirche aus dem Jahre 1752 ist die Ă€lteste Kirche der Stadt. Die katholische St. Marienkirche wurde 1846–1848 erbaut, allerdings von 1879 bis 1891 durch die Alt-Katholische Kirche genutzt; dann wurde sie der Römisch-Katholischen Kirche ĂŒbereignet. Das GebĂ€ude wurde 1894–1896 umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen.

Die Wittener WERK°STADT ist das Kulturzentrum. Es wurde dorfartig in einer ehemaligen Produktionshalle der Mannesmannröhren-Werke erbaut.

Den Helenenturm, ein Privatdenkmal, errichtete der Justizrat Strohn 1858 zu Ehren seiner Frau. In der NÀhe der Stadtmitte lÀdt der Schwesternpark zum Verweilen ein.

Die Gartenstadt Crengeldanz, eine weitgehend erhaltene Gartenstadt im bergischen Stil wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Werkssiedlung angelegt. In der NĂ€he befindet sich die ehemalige Wasserburg Haus Crengeldanz.

Der Trinkwasser-Lehrpfad der Stadtwerke Witten zeigt die Stationen der Wasseraufbereitung. Auf dem GelÀnde einer Wassergewinnungstation zwischen der Ruhr und dem Ruhrdeich gelegen, kann der Lehrpfad nach Anmeldung bei den Stadtwerken besichtigt werden.

Burgruine Hardenstein

Schloss Steinhausen, eine ursprĂŒnglich mittelalterliche Burganlage mit Herrenhaus (Umbau Anfang des 19. Jahrhunderts) und Schlosspark, beherbergt heute Deutschlands grĂ¶ĂŸte Mountainbike-Schule, ein Restaurant und KĂŒnstlerateliers.

Im Naturschutzgebiet Hardenstein in der NĂ€he der Zeche Nachtigall liegt Burg Hardenstein. FrĂŒher eine Wasserburg, ist die Anlage heute verfallen.

Haus Herbede, ein historisches Rittergut mit VierflĂŒgelanlage, dient als BegegnungsstĂ€tte sowie Kunsthandwerkszentrum mit Galerien. Der mittelalterliche Gewölbekeller wird als Restaurant genutzt. In Vormholz befindet sich ein Ehrenmal.

Die römisch-katholische St. Josefskirche wurde zwischen 1903 und 1904 errichtet. Am 1. Januar 1913 erfolgte die Erhebung zur eigenen Pfarrei. Das GelĂ€ut der Kirche besteht aus drei Glocken aus der Glocken- und Metallgießerei Carl Munte. Die E-Ton-Glocke hat ein Gewicht von 920 kg und ist dem heiligen Josef geweiht. Die G-Ton-Glocke wiegt 525 kg und ist dem heiligen Bonifatius geweiht und die kleinste, die A-Ton-Glocke wiegt 386 kg und ist dem heiligen Liborius geweiht. Die beiden kleinen Glocken sind, da sie im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurden, nicht mehr im Original erhalten. Sie bestehen im Gegensatz zur großen Glocke auch nicht mehr aus Bronze sondern aus Gussstahl.

Die Erlöserkirche der evangelischen Gemeinde ist ein Baudenkmal. Sehenswert sind ihre Glasfenster. Die Orgel aus dem Jahr 1968 erklingt mit 31 Registern auf 3 Manualen und Pedal. Den Marktplatz in Annen ziert die Marktfrau, eine Steinskulptur.

Das Karmelitinnenkloster im Ardeygebirge ist seit 1952 in Witten ansÀssig, nachdem die Nonnen aus Breslau nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden.

Aussichtsturm Berger-Denkmal

Das 21 Meter hohe Aussichtsturm Berger-Denkmal auf dem Hohenstein bietet einen weiten Blick ĂŒber das Naherholungsgebiet. Die Plattform des Wasserturms Kermelberg, eine Landmarke, können Besucher nach Absprache mit den Stadtwerken besteigen. Das Wasserkraftwerk Hohenstein, ein Baudenkmal aus den 1920er Jahren und Teil der Route Industriekultur, ist ein Flusskraftwerk unterhalb des Hohensteins.

Der ĂŒberregional bekannte Bergbauwanderweg Muttental fĂŒhrt durch den Stadtteil Bommern und weiter, vorbei an zahlreichen SehenswĂŒrdigkeiten des Bergbaus. Auf vielen Schautafeln werden die sichtbaren Relikte des Bergbaus und deren Geschichte dokumentiert.

Freunde der Eisenbahn können die Museumsbahnstrecke des Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen nutzen, deren Haltepunkte in den Stadtteilen sĂŒdlich der Ruhr zu finden sind. Ein weiteres Ausflugsziel ist der Ruhr-Viadukt an der Eisenbahnstrecke Witten-Hagen und der grĂ¶ĂŸtenteils stillgelegten Elbschetalbahn.

Der Kemnader Stausee ist ein sehr beliebter Freizeitsee zwischen den StÀdten Witten, Bochum und Hattingen. Gelegen im Naherholungsgebiet der Region, bietet er den Wittenern vielfÀltige Möglichkeiten der Erholung.

Eingang zum Stadtpark der Stadt
Der Hammerteich im Naherholungsgebiet Hohenstein

Über 150 km markierte Wanderwege und fĂŒnf ausgeschilderte, thematische Radrundwege im Stadtgebiet bieten sportliche Freizeitgestaltung. Der Berliner Platz; ein Outdoortreffpunkt in der Innenstadt, ist aufgrund seiner Gestaltung besonders bei Kindern belieb. Der Kemnader Stausee bietet Bade- und Wassersportmöglichkeiten; rund um den See stehen Liegewiesen zur VerfĂŒgung. Das WiesengelĂ€nde zwischen See und Haus Kemnade hat sich aufgrund seiner hervorragenden WindverhĂ€ltnisse zum Treffpunkt von Flugdrachenliebhabern entwickelt. Am Steinbruch Imberg, dem Jugendtreffpunkt in Witten-Annen, können AußengelĂ€nde mit kleiner Halle und Felsklettern genutzt werden.

Am Hauptbahnhof befindet sich ein Fahrradverleih, am Schloss Steinhausen können Mountainbikes fĂŒr Radtouren entliehen werden. Wassertourismus bieten zwei Ausflugsboote auf der Ruhr und dem Kemnader See, an letzterem besteht ein Bootsverleih. Das Ruhrtal kann mit einem Museumszug erkundet werden.

Segelhafen Heveney

In Witten existieren 94 Sportvereine mit ĂŒber 30.000 Mitgliedern, darunter der FSV Witten, der KSV Witten 07, der Ruder-Club Witten, die Sport-Union Annen (SUA), die Turngemeinde Witten und der Ruderverein Bochum von 1920 e.V..

Zur sportlichen BetĂ€tigung stehen 23 Turnhallen, 14 SportplĂ€tze, davon ein Stadion (Wullenstadion), sechs Sporthallen, zwei Reitschulen, drei Tanzsportvereine und zwei Tanzschulen, acht Schiess-StĂ€nde, sechs Tennisanlagen, drei GymnastikrĂ€ume, ein Golfplatz, eine Bowlinganlage, ein Kegelzentrum mit mehreren Sportkeglervereinen, ein Klettergarten (Outdoor), vier Minigolfanlagen, eine Beachvolleyballhalle, eine Mountainbikeschule, ein Segelhafen, ein Freizeitbad mit Innen- und Außenbecken und verschiedenen Saunen in Heven, zwei HallenbĂ€der in den Ortsteilen Annen und Vormholz, fĂŒnf Lehrschwimmbecken, eine Aikido-Schule, zwei Kendo-Vereine, ein Karate-Verein, ein Freibad in Annen, ein Freerunning-Verein, zwei Motorsportvereine, zwei FKK Vereine und ein Rugby-Platz zur VerfĂŒgung. Außerdem besteht in Witten ein Ringer-Leistungszentrum.

In der Innenstadt von Witten findet jĂ€hrlich am 1. Septemberwochenende die Zwiebelkirmes (traditioneller Jahrmarkt) statt. Daneben gibt es noch die Himmelfahrtskirmes, die jedes Jahr um Christi Himmelfahrt (Do. bis Mo.) stattfindet, und im Stadtteil Herbede das Herbeder Oktoberfest (Straßenfest mit Live Musik, Kleinkunst und Kunsthandwerk), jeweils am 1. Oktoberwochenende.

JĂ€hrlich am mittleren Juni-Wochenende veranstaltet der Kanu-Club Witten e. V. die Days of Thunder, eine Drachenboot–Veranstaltung auf der Ruhr kurz vor dem Kemnader Stausee. Die Wittener Drachenboot-Jugend ist national sehr erfolgreich.

Des Weiteren gibt es einmal monatlich, meistens am ersten Sonntag im Monat auf dem Parkplatz des Möbelhauses Ostermann an der A 44, Ausfahrt Witten-Annen den Flohmarkt Ostermann, und jeden Dienstag ab 6 Uhr am Kemnader Stausee, Parkplatz Heveney, A 43, Ausfahrt Witten-Heven einen Kinderflohmarkt (semiprofessioneller Flohmarkt mit Schwerpunkt auf Kinderartikel jeder Art).

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Witten
  • Liste von Sakralbauten im Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Mordfall von Witten
  • Liste der BaudenkmĂ€ler in Witten
  • Liste der BodendenkmĂ€ler in Witten
  •  Heinrich Schoppmeyer: Witten. Geschichte von Dorf, Stadt und Vororten. ISBN 978-3-00-040266-1 (2 BĂ€nde).
  •  Erich Keyser (Hrsg.): WestfĂ€lisches StĂ€dtebuch (= Deutsches StĂ€dtebuch. Band 3,2). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1954.
  •  Frank Ahland, Matthias Dudde (Hrsg.): Wittener. Biografische PortrĂ€ts. Band 1, Ruhrstadt Verlag, Witten 2000, ISBN 3-935382-02-2.
  •  Frank Ahland, Stefan Nies, Ingrid Telsemeyer (Hrsg.): Sprengstoff! Die Explosion der Wittener Roburit-Fabrik 1906. ISBN 3-89861-705-X.
  •  ISBN 3-87969-183-5.
  •  RĂŒdiger Jordan: Von Kapitellen, Kanzeln und Taufsteinen. Ein spannender FĂŒhrer zu 67 Kirchen und Klöstern im Ruhrtal. 1. Auflage. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 3-89861-436-0.
  •  Michael Schenk (Hrsg.): Witten. Neue Bilder aus alter Zeit (= Die Reihe Archivbilder). ISBN 978-3-86680-409-8.
  •  Wolfgang Zemter: Witten. Aus alter Zeit. Meinerzhagener Druck- und Verlagshaus, Meinerzhagen 1981.
  •  Wolf-Dieter Lepiorz: In Witten geschrieben. Bibliografie von 1833 bis zur Gegenwart; Romane, ErzĂ€hlungen, Dramen und Gedichte. Mit einem Vorwort von Hugo Ernst KĂ€ufer. 1. Auflage. Ruhrstadt Verlag, Witten 2002, ISBN 3-935382-08-1.
  •  Wolf-Dieter Lepiorz: Bibliographie der Stadt Witten. BĂŒcher und Artikel aus Zeitschriften und Sammelwerken 1824–2002. 1. Auflage. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-305-4.
  •  Beschreibung).
  •  Katja Link (Hrsg.): Witten. StadtfĂŒhrer. 1. Auflage. Link-Media-Verlag, Witten 2012, ISBN 978-3-940154-50-7.
  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
  2. ISBN 3-555-30092-X.
  3. ISBN 3-924517-44-4.
  4. ↑ Claudia Scholz: „Beschneidung traumatisiert nicht“. Derwesten.de. 25. September 2012. Abgerufen am 25. September 2012.
  5. ↑ Stadt Witten: Strukturdaten Bevölkerung. Abgerufen am 6. Mai 2012.
  6. ↑ Bildungs- & KulturInitiative. Abgerufen am 1. Juni 2012.
  7. ↑ Knut's. Abgerufen am 25. Juli 2012.
  8. ↑ unikat(club). Abgerufen am 25. Juli 2012.
  9. ↑ Trotz Allem Witten. Abgerufen am 1. Juni 2012.
  10. ↑ Werk°stadt. Abgerufen am 1. Juni 2012.


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel wikipedia.de aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Vertrieb

aus www.salesalon24.de, der freien EnzyklopÀdie
Wechseln zu: Navigation,

Der Begriff Vertrieb bezeichnet alle Entscheidungen und Systeme, die notwendig sind, um ein Produkt oder eine Dienstleistung fĂŒr den Kunden oder Endverbraucher verfĂŒgbar zu machen. Es handelt sich um das Element des Marketing-Mix, das in Ă€lteren LehrbĂŒchern als Distributionspolitik bezeichnet wurde. Nach heutigem MarketingverstĂ€ndnis spricht man von Vertriebspolitik,[1] bei der die Umsetzung der Vertriebsstrategie und die effiziente Gestaltung des Vertriebsprozesses im Vordergrund stehen. Die verantwortlichen Personen im Vertrieb benötigen entsprechende Vertriebskompetenzen, die vor allem beim InvestitionsgĂŒtermarketing bzw. bei der Vermarktung wissens- und technologieintensiver Produkte und Dienstleistungen von besonderer Bedeutung sind.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangspunkt der Vertriebsplanung ist der Marketingplan, der die Rahmenbedingungen fĂŒr alle weiteren AktivitĂ€ten vorgibt. Nach Manfred Bruhn empfiehlt es sich, aufgrund des strategischen und langfristigen Charakters vertriebspolitischer Entscheidungen und der damit verbundenen hohen Kosten und Risiken, den Vertriebsprozess systematisch zu planen. Folgende Planungsphasen sollen dabei berĂŒcksichtigt werden:[2]

  • Analyse der Vertriebssituation

Die Vertriebsplanung beginnt in der Regel mit einer systematischen Analyse der wichtigsten (internen) StĂ€rken und SchwĂ€chen sowie der zu erwartenden (externen) Chancen und Risiken (SWOT-Analyse). Dabei geht es um die möglichst objektive Darstellung der eigenen Position im Vergleich zum Wettbewerb als Grundlage fĂŒr die Festlegung realistischer Vertriebsziele.

  • Festlegung der Vertriebsziele

Die Vertriebsziele leiten sich nicht allein von den BedĂŒrfnissen der Endkunden und des Unternehmens ab, sondern sollten auch Gruppen wie Absatzmittler (z. B. Groß- und EinzelhĂ€ndler) und Absatzhelfer (z. B. Spediteure und Lagerhausbetriebe) einbeziehen. Unterschieden werden können folgende Kategorien von Zielen:

  • Ökonomisch orientierte Vertriebsziele, wie die Erhöhung der Absatzmengen, die Sicherstellung des Preisniveaus und die Senkung der Vertriebs- und Logistikkosten
  • Versorgungsorientierte Vertriebsziele, wie die Steigerung des Distributionsgrades, Senkung von Lieferzeiten und die Erhöhung der Lieferbereitschaft und -zuverlĂ€ssigkeit
  • Psychologisch orientierte Vertriebsziele, wie die Sicherstellung eines guten Vertriebsimages und der Erhalt, bzw. die Verbesserung der Kooperationsbereitschaft des Handels
  • Entwicklung der Vertriebsstrategie

Die Vertriebsstrategie dient als Orientierungsrahmen fĂŒr alle Vertriebsmaßnahmen. Hierzu zĂ€hlen die Segmentierung der Endkunden und der Vertriebsorgane, wie der AbsatzkanĂ€le, Zahl und Art der Absatzmittler und die Gestaltung der Beziehung zu diesen (siehe dazu auch den Hauptartikel Vertriebsstrategie).

  • Bestimmung des Vertriebsbudgets

Hier wird der finanzielle Spielraum festgelegt, der z. B. fĂŒr Provisionen fĂŒr den Außendienst und fĂŒr verkaufsfördernde Maßnahmen im Handel zur VerfĂŒgung steht.

  • DurchfĂŒhrung von Vertriebsmaßnahmen

Hier gilt es, unter Einbeziehung von Strategie und Budget, das Vertriebsdesign zu realisieren. So unter anderem, wie die Absatzmittler an das Unternehmen gebunden werden sollen, welche Anreiz- und VergĂŒtungssysteme eingesetzt werden und an welchen Standorten Lager zu errichten sind.

  • Vertriebskontrolle

Zum Abschluss der Planung ist zu ĂŒberprĂŒfen, ob und in welchem Maße die Vertriebsziele (nicht) erreicht wurden und welche Anpassungen notwendig sind. Diese Erfolgskontrolle erfordert die Festlegung geeigneter Kennzahlen.

Bei der Auswahl des Vertriebssystems kann man nach Bruhn oder Weis grundsÀtzlich den direkten und den indirekten Weg (vertikale Absatzkanalstruktur) unterscheiden.[3][4]

Die wichtigsten Vertriebswege innerhalb der Distributionspolitik eines Unternehmens sind hierbei:

  • Direktvertrieb
    • Unternehmenseigene Verkaufsniederlassung
    • Direktverkauf beim Kunden (durch Handelsvertreter oder Reisende)
    • Telefonverkauf des Herstellers (nicht eines HĂ€ndlers)
    • E-Commerce des Herstellers (nicht eines HĂ€ndlers)
    • Kommissionsverkauf (die Ware bleibt Eigentum des Herstellers)
    • Direktvermietung (direktes Leasing)
    • Direkttausch
  • Indirekter Vertrieb
    • Handelsverkauf (Freie und VertragshĂ€ndler)
    • Franchising (Franchise-Nehmer handeln im eigenen Namen und auf eigene Rechnung)
    • Indirekte Vermietung (indirektes Leasing)
    • Indirekter Tausch (Bartering)
    • Wiedervermarktung (Remarketing)
    • Couponing

Beim direkten Vertrieb verkauft das Unternehmen direkt an die Endabnehmer, also ohne den Einsatz unternehmensfremder Absatzorgane. Charakteristisch ist der direkte Kontakt zwischen dem Hersteller, der hierbei auch sĂ€mtliche Handelsfunktionen ĂŒbernimmt und dem Endkunden. Die Ausgestaltung kann durch den Einsatz von eigenen Vertriebsmitarbeitern (Vertretern) oder durch unternehmenseigene Verkaufsstellen umgesetzt werden. Auch im Rahmen des Direktmarketing kann der Vertrieb gestaltet werden, z. B. durch Direct Mails, Kataloge, Mail Order Packages oder das Telefonmarketing.

Die Vorteile des direkten Vertriebs liegen vor allem in der Sicherstellung der BeratungsqualitĂ€t, der direkten und umfassenden Steuerung der VertriebsaktivitĂ€ten und somit der direkten Einflussnahme auf den Endabnehmer. Nicht zuletzt bleibt auch die Handelsspanne beim Hersteller. Nachteilig sind der hohe Kapitalbedarf fĂŒr das Vertriebssystem und ein möglicherweise geringerer Distributionsgrad. Eine wichtige Rolle spielt der direkte Vertrieb in der InvestitionsgĂŒterindustrie und im Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen). Ferner auch bei den Unternehmen, die sich bewusst durch den Direktvertrieb, in Form des sogenannten Haus-zu-Haus-Verkaufs unterscheiden wollen (Avon, Tupperware, Vorwerk).

Indirekter Vertrieb liegt vor, wenn bewusst unternehmensfremde, rechtlich und wirtschaftlich selbststĂ€ndige Absatzmittler (Groß- und EinzelhĂ€ndler) eingeschaltet werden. Die Vorteile liegen hier in der Erzielung hoher Distributionsgrade und der schnellen Expansionsmöglichkeiten, höherer FlexibilitĂ€t und einer geringeren Kapitalbindung im Vertrieb. Nachteilig sind allerdings große AbhĂ€ngigkeit von den Absatzmittlern und die geringe Distributionskontrolle. Hier sind hĂ€ufig aufwĂ€ndige Kooperationsstrategien und Anreizsysteme fĂŒr die Absatzmittler notwendig, um den Vertriebserfolg zu sichern und die anfallende Handelsspanne zu decken. Nach Homburg/Krohmer[5] kann die Entscheidung zwischen direktem und indirektem Vertrieb mit Hilfe der Transaktionskostentheorie getroffen werden. Diese macht Aussagen ĂŒber die gĂŒnstigste Form der Abwicklung der Transaktionen in AbhĂ€ngigkeit von deren Eigenschaften.

Innerhalb des Marketings wird Verkaufspolitik, also die Art des Verkaufs, auch als Distribution oder Vertrieb bezeichnet. Kundenorientierung und Kundenbindung sind hierbei SchlĂŒsselbegriffe. Die mit der Akquisition (Kundengewinnung) beauftragten VerkĂ€ufer haben je nach ihrer Spezialisierung und handelsrechtlichen Stellung verschiedene Berufsbezeichnungen. Im Rahmen der Vertriebspolitik mĂŒssen sich Unternehmen entscheiden, welche Arten von Vertriebsorganen die Verkaufsaufgaben erfĂŒllen sollen. GrundsĂ€tzlich sind unternehmenseigene und unternehmensfremde Verkaufsorgane einsetzbar.[6]

Weiterhin muss unterschieden werden nach Rechtsform der Zusammenarbeit und der organisatorischen Struktur im Vertrieb. So bestimmen sich, auch wenn sich Anbieter und VerkĂ€ufer formell nicht auf eine bestimmte Rechtsform in ihrer Zusammenarbeit beziehen und ggf. keine schriftliche Vereinbarung treffen, die Rechte und Pflichten beider Seiten regelmĂ€ĂŸig nach den tatsĂ€chlich vorherrschenden Konditionen und den hierzu ĂŒblichen VergĂŒtungen. Ein so genannter freier Mitarbeiter, welcher z. B. ohne die Bestimmungen des Handelsvertreterrechtes scheinselbststĂ€ndig arbeitet oder nicht weiß, dass sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse entstehen, sobald bestimmte Kriterien unselbststĂ€ndiger TĂ€tigkeit vorliegen (z. B. Weisungsgebundenheit, Inanspruchnahme der Betriebsmittel des Anbieters oder organisatorische Einordnung in dessen Betriebsablauf), gilt auch im Nachhinein gegenĂŒber den SozialversicherungstrĂ€gern als leistungspflichtig. Auch Franchise-VertrĂ€ge und Maklervereinbarungen können, wie alle RechtsverhĂ€ltnisse, strittig ausgelegt werden, wenn keine klare Vereinbarung getroffen wird. Ein RechtsgeschĂ€ft steht jedoch keinesfalls im rechtsfreien Raum, nur weil kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde.

FĂŒr die Festeinstellung kann der Unternehmer je nach Stellenbeschreibung mit Hilfe entsprechender Methoden der Eignungsdiagnostik entscheiden, ob der einzelne VerkĂ€ufer fĂŒr die zu besetzende Position beziehungsweise im so genannten Bestellzentrum richtig positioniert ist. Die zu erwartende Verhandlungsgruppe im Einkaufszentrum des Kunden bestimmt dabei die Zusammensetzung des Teams im Industrieverkauf. Bei der Wahl des Vertriebsweges muss ein Unternehmen eine Reihe von Faktoren berĂŒcksichtigen. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ ĂŒberwiegen dabei die wirtschaftlichen Interessen des Anbieters gegenĂŒber den Interessen der Mitarbeiter und Kunden. Eine solche Position wird dann gegebenenfalls umgekehrt, wenn der VerkĂ€ufer mit wichtigen Informationen ĂŒber den Markt in die Verhandlung mit dem Anbieter eintritt und die Machbarkeit der Vorgaben aufgrund seiner Berufserfahrung und/oder seiner Kundenkontakte relativieren kann (zum Beispiel Daten zum Abnehmerverhalten in diesem speziellen Marktumfeld aufzeigt). Der „Verkauf“ der verkĂ€uferischen Dienstleistung ist somit die plausibelste Arbeitsprobe fĂŒr die Bewertung von VerkĂ€ufern in der Praxis.

GrundsĂ€tzliche Merkmale unternehmenseigener Verkaufsorgane sind deren festes AngestelltenverhĂ€ltnis und damit einhergehend die Weisungsgebundenheit, die beide zu einer einfacheren Steuerung beitragen. Die bekannteste Form ist der Vertriebsmitarbeiter, dessen Aufgabe es ist, als Angestellter fĂŒr das Unternehmen GeschĂ€fte zu vermitteln und abzuschließen. Er wird in der Literatur auch hĂ€ufig als Reisender bezeichnet.

Zu den unternehmensfremden Verkaufsorganen zĂ€hlen z. B. die Handelsvertreter, die im Namen der von ihnen vertretenen Unternehmen GeschĂ€fte abschließen, die KommissionĂ€re, die in eigenem Namen aber auf Rechnung des Herstellers handeln und die Makler, die fallweise mit Kauf- bzw. Verkaufsaufgaben beauftragt werden. In den meisten FĂ€llen reduziert sich die Auswahl auf die Alternativen Reisender oder Handelsvertreter, da KommissionĂ€re und Makler zunehmend an Bedeutung verlieren. Trotz der Unterschiede in der rechtlichen Stellung haben Reisende und Handelsvertreter sehr Ă€hnliche Aufgabenbereiche. Die Auswahlentscheidung bezieht sich primĂ€r auf die Frage, wer die Vertriebsaufgaben effektiver und effizienter lösen kann. Hier zu berĂŒcksichtigende Kriterien sind u. a. entstehende Kosten und UmsĂ€tze aber auch Kriterien wie die Steuerbarkeit und FlexibilitĂ€t des Einsatzes, die Möglichkeit der Gewinnung von Marktinformationen oder die Risiken durch eine rechtliche Bindung.

Im Übrigen wird nach Bruhn die horizontale und vertikale Absatzkanalstruktur unterschieden.[7] Es gilt sowohl der Art der Absatzmittler, als auch deren Anzahl, unter sorgfĂ€ltiger BerĂŒcksichtigung ihrer Vertriebskompetenzen zu bestimmen. In AbhĂ€ngigkeit von der Art des Produkts und der bestehenden Vertriebs- und Marketingstrategie sind die Strategien Universal-, Selektiv- und Exklusivvertrieb zu unterscheiden.[8]

Beim Universalvertrieb akzeptiert der Hersteller jeden Absatzmittler, der bereit ist, sein Leistungsprogramm anzubieten. Ziel ist die ‚ÜberallerhĂ€ltlichkeit‘ der Produkte (UbiquitĂ€t), um einen hohen Distributionsgrad sicherzustellen. Die Strategie des Selektivvertriebs setzt voraus, dass nur diejenigen Absatzmittler akzeptiert werden, die den vorher festgelegten Selektionskriterien des Vertriebs entsprechen. Kriterien fĂŒr diese Auswahl können z. B. Umsatzbedeutung, QualitĂ€t von Beratung und Service, die Preispolitik sowie die GeschĂ€ftsgrĂ¶ĂŸe und -lage sein. Werden nicht nur qualitative, sondern auch quantitative Kriterien bei der Auswahl der Absatzmittler berĂŒcksichtigt, spricht man von Exklusivvertrieb. Der Extremfall dieser Strategie ist der Alleinvertrieb, bei dem nur ein einziger Absatzmittler fĂŒr ein bestimmtes Absatzgebiet die Vertriebsberechtigung erhĂ€lt. Nach Homburg und Krohmer[9] liegt ein Vorteil des Exklusivvertriebs in der Möglichkeit, einen konsistenten Marktauftritt (Beratung der Kunden, Ă€ußere Anmutung der Vertriebspartner) zu gewĂ€hrleisten. FĂŒr den Universalvertrieb spricht demgegenĂŒber die umfassende PrĂ€senz der Produkte; ein einheitlicher Marktauftritt kann wegen der Verschiedenartigkeit der Vertriebspartner nicht gewĂ€hrleistet werden.

Der sogenannte feste VerkĂ€ufer (kann auch ein Reisender sein) ist mit einem Dienstvertrag nach §§ 611 ff. BGB an seinen Arbeitgeber gebunden. Dementsprechend schuldet der Arbeitgeber ihm unabhĂ€ngig vom Verkaufserfolg Lohn und FĂŒrsorge, insbesondere auch Sozialversicherungsleistungen.

Der Handelsvertreter ist selbststĂ€ndiger Kaufmann und Unternehmer, der auf Provisionsbasis GeschĂ€fte vermittelt. Nach der gesetzlichen Definition in § 84 Abs. 1 HGB ist Handelsvertreter, wer als selbststĂ€ndiger Gewerbetreibender stĂ€ndig damit betraut ist, fĂŒr einen anderen Unternehmer GeschĂ€fte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen. SelbststĂ€ndig ist, wer seine TĂ€tigkeit im Wesentlichen frei gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Handelsvertreter kann auch eine Personengesellschaft (OHG, KG) oder eine Kapitalgesellschaft (AG, GmbH) sein. Im Gegensatz zum angestellten VerkĂ€ufer kann er auch fĂŒr mehrere Anbieter tĂ€tig werden (sog. Mehrfirmenvertreter). Üblicherweise werden von Handelsvertretungen mehrere Unternehmen vertreten. Nach den Ergebnissen der CDH-Statistik 2010 belĂ€uft sich die Anzahl der von Handelsvertretungen vertretenen Firmen im Durchschnitt auf 5,4. Die Grundpflichten des Handelsvertreters sind in § 86 HGB gesetzlich festgeschrieben. Danach hat der Handelsvertreter die Pflicht, sich um die Vermittlung oder den Abschluss von GeschĂ€ften zu bemĂŒhen, die Interessen des vertretenen Unternehmers wahrzunehmen und diesem die erforderlichen Nachrichten zu geben. Aus der Pflicht, die Interessen des vertretenen Unternehmers wahrzunehmen, leiten sich weitere Pflichten ab. Hierzu zĂ€hlen z. B. die Pflicht zur Verschwiegenheit, das Konkurrenzverbot und die Pflicht zur BonitĂ€tsprĂŒfung. Im Handelsvertretervertrag werden die Rechte und Pflichten genauer geregelt. Allerdings ist die Gestaltung eines Handelsvertretervertrages oft schwierig zu den GrundzĂŒgen eines Handelsvertretervertrages. Wenn das VertragsverhĂ€ltnis beendet wird, steht dem Handelsvertreter unter den Voraussetzungen des § 89b HGB ein Ausgleichsanspruch zu. Dieser ist ein VergĂŒtungsanspruch fĂŒr den von ihm geschaffenen und dem vertretenen Unternehmer nach Vertragsbeendigung ĂŒberlassenen Kundenstamm. Eine moderne Sonderform ist die zeitlich begrenzte Beauftragung von Handelsvertreter-Organisationen in Form des sogenannten Mietvertriebs (hĂ€ufig durch Call-Center und angegliederten Außendienst).

Hier gilt es die Vertriebsorgane so einzusetzen, dass die Vertriebsziele erreicht werden.[10] GegenstĂ€nde der notwendigen Steuerungsmaßnahmen sind hier primĂ€r die Aufteilung der Verkaufsbezirke, die Planung der Verkaufsquoten und -routen, die BesuchshĂ€ufigkeiten sowie Maßnahmen fĂŒr Schulung und Training des Außendienstes.

Nach Philip Kotler[11] mĂŒssen die meisten VerkĂ€ufer immer wieder ermutigt und mit besonderen Anreizen angehalten werden, ihr Bestes zu geben. Generell unterscheidet Bruhn zwischen materiellen und immateriellen Anreizen.[12] Materielle Anreizsysteme sind im Entlohnungssystem der Verkaufsorgane enthalten. HĂ€ufig werden diese zusĂ€tzlich zu einem Fixum nach einem Provisionssystem entlohnt. Provisionen werden im einfachsten Fall als Prozentwert vom Umsatz oder Deckungsbeitrag berechnet. Komplexere Berechnungen mit Provisionsminimierung oder -maximierung sowie -staffelung sind durchaus ĂŒblich. DarĂŒber hinaus kommen hĂ€ufig Zielvereinbarungen oder PrĂ€miensysteme zum Einsatz, innerhalb derer Geld- oder SachprĂ€mien fĂŒr besondere Verkaufsleistungen vergeben werden.

Zu den immateriellen Anreizen zĂ€hlen Beförderungen, Belobigungen, Auszeichnungen sowie erweiterte Verantwortungs- und Arbeitsbereiche. Auch regelmĂ€ĂŸige VerkĂ€ufertreffen gehören in diese Kategorie. Sie bieten Abwechslung und die Gelegenheit, Vorgesetzte und Kollegen in angenehmer Umgebung kennenzulernen und sich auszutauschen.[13] Zumeist empfiehlt sich eine Kombination verschiedener materieller und immaterieller Anreize, um den unterschiedlichen Wertesystemen der Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Voraussetzung fĂŒr die erfolgreiche Steuerung der Vertriebsorgane und die Wirksamkeit der Anreizsysteme ist die systematische Entwicklung der Vertriebskompetenzen aller Mitarbeiter im Vertrieb.

Nach Waldemar Pelz sind die nachfolgenden Fragen zu stellen, um wesentliche Erfolgsfaktoren von Anreizsystemen im Vertrieb zu identifizieren:[14]

  • Wie zufrieden sind die Kunden mit den Leistungen der Vertriebsmitarbeiter (Kundenbefragung)?
  • Haben die Mitarbeiter unmittelbaren Einfluss auf das Ergebnis, indem sie ĂŒber die notwendigen Ressourcen und FĂ€higkeiten verfĂŒgen?
  • Werden durch das Anreizsystem die „richtigen“ Personen zum Vorbild gemacht und gefördert?
  • Ist das Kennzahlensystem ĂŒber alle Hierarchieebenen und Funktionen so widerspruchsfrei gestaltet, dass jeder erkennt, welchen Beitrag er zum Unternehmenserfolg leisten kann?
  • Ist das System attraktiv fĂŒr Mitarbeiter, die in der Zukunft benötigt werden?
  • Verhalten sich die Mitarbeiter sowohl kunden- als auch abschlussorientiert?
  • Wie stark sind die FĂŒhrungs- und Umsetzungskompetenzen des Managements ausgeprĂ€gt (Mitarbeiterbefragung)?

Kernfrage ist hier nach Auffassung Bruhns, inwieweit eine endabnehmer- oder absatzmittlergerichtete Strategie zu verfolgen ist:[15] Bei der endabnehmergerichteten (Pull-)Strategie werden primĂ€r die Konsumenten ĂŒber den Einsatz von Vertriebs- und Kommunikationsinstrumenten angesprochen. Ziel ist die Erzeugung einer aktiven Nachfrage bzw. eines Nachfragesogs fĂŒr die beworbenen Produkte. Somit dĂŒrften sich die Absatzmittler gezwungen sehen, die Produkte zur Befriedigung der Kundennachfrage zu listen. Die absatzmittlergerichtete (Push-)Strategie hat das Ziel, die Bereitschaft der Absatzmittler, die eigenen Produkte aufzunehmen und zu unterstĂŒtzen, zu fördern. Dies geschieht durch den Einsatz von Anreizen, wie z. B. der Verbesserung von Handelsspannen, der GewĂ€hrung von Rabatten, Boni und Finanzhilfen und der Übernahme von Serviceleistungen beim Absatzmittler. In der Praxis stellen sich die Push- und Pull-Strategien nicht als alternative Handlungsoptionen dar, so Meffert und Co-Autoren[16]. Vielmehr sind in der Regel Kombinationen von absatzmittler- und endverbrauchergerichteten Maßnahmen anzutreffen. Hier gilt es, das verfĂŒgbare Budget optimal auf Push- und Pull-Maßnahmen zu verteilen.

  • GeprĂŒfte(r) Fachberater/in im Vertrieb - deutschlandweit anerkannter IHK-Abschluss (IHK-Weiterbildungsstufe I)
  • Fachkaufmann/-frau fĂŒr Vertrieb - europaweit anerkannter IHK-Abschluss (IHK-Weiterbildungsstufe II)
  • Berufsverband der Verkaufsförderer und Trainer e.V. (BDVT)
  • Bundesverband Deutscher Vertriebsfirmen e.V. (BDV)
  • Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.
  • Centralvereinigung Deutscher WirtschaftsverbĂ€nde fĂŒr Handelsvermittlung und Vertrieb e.V. (CDH)
  • Absatzmittler
  • Abverkauf
  • After-Sales-Management
  • Customer-Relationship-Management
  • Distributionspolitik
  • Nachfassen
  • Netzwerk-Marketing
  • Preispolitik
  • Presales
  • Produktpolitik
  • Verkaufsförderung
  • Vermarktung
  • Vertriebscontrolling
  • Vertriebskanal
  • Vertriebskompetenz
  • Vertriebspartner
  • Vertriebsprozess
  • Vertriebsstrategie
  • Vertriebsweg
  1. ↑ C. Homburg, & H. Krohmer, Marketingmanagement, 3. Auflage, Wiesbaden 2009, S. 828 f.
  2. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 247–249.
  3. ↑  Hans Christian Weis: Marketing. 14. Auflage. Leipzig 2007, S. 372ff.
  4. ↑  Waldemar Pelz: Strategisches und Operatives Marketing. Norderstedt 2004, S. 123ff.
  5. ↑  C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 2. Auflage. Wiesbaden 2006, S. 873.
  6. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 265 f.
  7. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 259 f.
  8. ↑ siehe unter anderem: Meffert, Heribert u.a., Marketing, 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 260 ff.
  9. ↑ Homburg, C. & Krohmer, H., Marketingmanagement, 2. Auflage, Wiesbaden 2006, S. 879
  10. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 268 f.
  11. ↑ Kotler, Philip u.a.: Marketing Management, 12. Auflage, MĂŒnchen 2007, S. 821
  12. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 270 f.
  13. ↑ Kotler, Philip u.a.: Marketing Management, 12. Auflage, MĂŒnchen 2007, S. 823
  14. ↑ Pelz, Waldemar: Anreizsysteme im Vertrieb: Keine KrĂŒcke fĂŒr schlechte FĂŒhrung, in: Sales Business 12/2009, S. 51
  15. ↑ Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 262 ff.
  16. ↑ Meffert, Burmann, Kirchgeorg: Marketing, 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 594
  • Anderson, James K. et. al.: Business Market Management. Pearson 2009, ISBN 978-0-13-208996-8
  • Belz, Christian: Verkaufskompetenz, Wien 2001, ISBN 3-7064-0574-1
  • Bruhn, Manfred: Marketing, Grundlagen fĂŒr Studium und Praxis, 8. Auflage, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8349-0352-5
  • Geml, Richard/Lauer, Hermann: Marketing- und Verkaufslexikon, 4. Auflage, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2798-2
  • Hofbauer, GĂŒnter / Hellwig, Claudia: Professionelles Vertriebsmanagement, 2. Aufl., Erlangen 2009, ISBN 978-3-89578-328-9
  • Homburg, Christian & Krohmer, Harley: Marketingmanagement, 3. Auflage, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1656-3
  • Homburg, Christian u. a.: Sales Excellence, 4. Auflage, Wiesbaden 2006, ISBN 3-8349-0015-X
  • Homburg, Christian & Wieseke, Jan Handbuch Vertriebsmanagement, Gabler Verlag, Wiesbaden, 2011
  • Hutt, Michael D. & Speh, Thomas: Business Marketing Management B2B, Cengage Learning, 2010, ISBN 978-0-324-58163-8
  • Kotler, P., Keller, K., Bliemel, F.: Marketing Management, 12. Auflage, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-8273-7229-1
  • KĂŒng, Pius u. a.: Key Account Management, St. Gallen 2002, ISBN 3-907100-11-5
  • Meffert, Heribert u. a.: Marketing, 10. Auflage, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-4096-9018-8
  • Pelz, Waldemar: Strategisches und Operatives Marketing, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-0634-8
  • van Eckert, Heiko: Praxishandbuch Vertrieb, Berlin 2005, ISBN 3-589-23681-7
  • Weis, Hans Christian: Marketing, 14. Auflage, Leipzig 2007, ISBN 978-3-4705-1374-4
  • Winkelmann, Peter: Vertriebskonzeption und Vertriebssteuerung, 4. Auflage, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-8006-3538-2
  • Witt, JĂŒrgen: Prozessorientiertes Verkaufsmanagement, Wiesbaden 1996, ISBN 3-409-13567-7


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel wikipedia.de aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

Statistik · Kontakt · AGB · Zustandsvorschriften · Datenschutz · Impressum